E 3 - Nutzung und Entwicklung natürlicher und raumstruktureller Standortvoraussetzungen

E 3.7 - Bildung, Kultur und Soziales

E 3.7.01

Im Landkreis Schaumburg bestehen insgesamt vielfältige Einrichtungen und Angebote im Bereich Bildung, Kultur und Soziales (siehe E 3.7.02 bis E 3.7.11). Diese Einrichtungen und Angebote sind wesentliche Komponenten der räumlichen Infrastruktur. Ihre standörtliche Bündelung, verkehrliche Erreichbarkeit, ihre Angebotsvielfalt und bedarfsgerechte Leistungsstruktur sind sowohl wesentliche Voraussetzung für die Qualität der Lebensverhältnisse als auch wesentliche Voraussetzung für die regionale Wirtschaftskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Region.

Die Konzentration der Angebote in den Grund- und Mittelzentren stellt dabei die Versorgung der Bevölkerung bei zumutbaren Entfernungen sicher. Im Gegensatz zu einer diffusen, regellosen Verteilung ermöglicht diese Zentrierung am ehesten, die Einrichtungen an einen attraktiven öffentlichen Personennahverkehr anzubinden, Verkehr zu vermeiden und aufgrund von Synergieeffekten ein vielfältiges Angebot bereitzustellen.

Die spezifischen Anforderungen und Bedarfe von Frauen sind bei der Planung von Bildungs-, Kultur- und Sozialeinrichtungen und -angeboten sowie im Rahmen der Aufstellung von Bebauungsplänen stärker zu berücksichtigen. Auf der Ebene der Regionalplanung betrifft dies vor allem die Standortentscheidungen und die Erreichbarkeit der Einrichtungen mittels des Öffentlichen Personennahverkehrs.

Im Regionalen Entwicklungskonzept Weserbergland (siehe E 1.2.01 bis E 1.2.04) wird als eine Handlungspriorität herausgestellt, durch die Vernetzung von Kinderbetreuungs- und Qualifizierungsangeboten die Beschäftigungsmöglichkeiten der weiblichen Bevölkerung im ländlichen Raum zu erhöhen und auch die Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen zu ermöglichen (vgl. Weserbergland-Region (Hrsg.) (2000), S. 32).

Der LK Schaumburg hat sich gemeinsam mit den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Holzminden als Weserbergland Region erfolgreich um eine Aufnahme in das EU-Förderprogramm EQUAL bemüht. Im Zeitraum von 2002 bis 2005 sollen in der Weserbergland Region mit Hilfe von EQUAL 18 innovative Projekte umgesetzt werden, die sozialhilfeempfangenden und/oder arbeitslosen Frauen und Männern mit Erziehungsaufgaben im ländlichen Raum, insbesondere Alleinerziehenden und Berufsrückkehrerinnen den beruflichen (Wieder-) Einstieg und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern. So werden im Rahmen der mit zahlreichen Partnern aus der Region gebildeten Entwicklungspartnerschaft „Job-Jumping Weserbergland – Zukunft sichern durch Familie UND Beruf“ Teilprojekte z.B. zum Job-Jumping, zur Telearbeit, zu maßgeschneiderten Lösungen der Kinderbetreuung vor Ort und zur schulischen Betreuung durchgeführt.


E 3.7.02

Die Förderung des regionalen Bildungs- und Ausbildungswesens trägt wesentlich zur Chancengleichheit sowie durch Sicherung des regionalen Angebotes an qualifizierten Arbeitskräften zur Bewahrung und Steigerung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit bei.

Der Landkreis hat als Schulträger Schulangebote und Schulanlagen an dem tatsächlich vorhandenen Bedürfnis auszurichten und im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben das Schulangebot so in den einzelnen Teilen des Landkreises zu erhalten und zu konzipieren, dass überall ein am Bedarf orientiertes Bildungsangebot in zumutbarer Entfernung gegeben ist. Grundlage für die Schulentwicklungsplanung des Landkreises Schaumburg ist der Schulentwicklungsplan.
 

Abb. 3.7/1: Schulstandorte im Landkreis Schaumburg

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Darstellung: Landkreis Schaumburg / Regionalplanung



Der Schulentwicklungsplan Teil I - allgemeinbildende Schulen - ist 1996 fortgeschrieben worden. Das Gebiet des Landkreises Schaumburg ist im Rahmen der Schulentwicklung in acht Grundeinzugsbereiche untergliedert, die eine unterschiedliche Anzahl von Grundschulen, Orientierungsstufen, Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien und Sonderschulen enthalten. Zusätzlich zu diesen Schulen besteht in dem Mittelzentrum Stadthagen die Integrierte Gesamtschule Schaumburg (vgl. Abb. 3.7/1).

Die berufliche Eingliederung der nachwachsenden Generationen ist als Schlüsselaufgabe für die weitere Regionalentwicklung zu sehen. Die berufliche Qualifizierung der Berufsabgänger aus allgemeinbildenden Schulen erfolgt entweder innerhalb des dualen Systems (praktische Unterweisung in Betrieben, die durch theoretischen Unterricht in Berufsschulen ergänzt wird) oder in schulischen Formen. Der Schulentwicklungsplan - Berufsbildende Schulen - (Stand: 01.01.1996) wurde von der Bezirksregierung im August 2000 genehmigt. Aus ökonomischen und pädagogischen Gründen sind vom Landkreis Schaumburg in den Mittelzentren Rinteln und Stadthagen die einzelnen Schulformen der berufsbildenden Schulen in Berufsschulzentren räumlich, organisatorisch und funktional zusammengelegt worden. Darüber hinaus besteht eine Außenstelle im Mittelzentrum Bückeburg (vgl. Abb. 3.7/1). Um eine gleichmäßige Auslastung der eingerichteten Berufsschulzentren zu gewährleisten, sind im Schulentwicklungsplan des Landkreises Schaumburg für die berufsbildenden Schulen in Stadthagen und Rinteln Einzugsbereiche zugeordnet worden.

Um die Ausbildungsverhältnisse in den neuen Informations-, Telekommunikations-, und Medienberufen zu verbessern, beteiligt sich der Landkreis Schaumburg gemeinsam mit den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Holzminden an dem Modellprojekt des Landes „Lernortverbünde für IT - und Medienberufe“ (LOVE-IT).


E 3.7.03

Neben einer qualifizierten Erstausbildung kommt der Weiterbildung in Anbetracht des wirtschaftlichen, technischen und sozialen Wandels, der durch das Zusammenwachsen der Teilmärkte in Europa und wegen des Rückgangs an Auszubildenden (siehe auch E 1.1 Altersstruktur der Bevölkerung) und Fachkräften zusätzlich beschleunigt wird, eine wachsende Bedeutung zu. Sie stellt einen wichtigen Faktor der Wettbewerbsfähigkeit für Betriebe und Beschäftigte und damit für die Wirtschaft der Region dar (vgl. LROP Nds. 1994, S. 184).

Die Volkshochschule Schaumburg besitzt mit ihrem breitgefächerten und systematischen Kursangebot erhebliche Bedeutung für die berufliche Erwachsenenbildung im Landkreis Schaumburg. Die Aufgaben der beruflichen Weiterbildung werden neben der Volkshochschule von weiteren öffentlichen (z.B. Bildungswerk der DAG e.V.; Zweigstelle Stadthagen) und privaten (z.B. Blindow-Schulen in Stadthagen und Bückeburg) Trägern wahrgenommen . Um ein möglichst wohnort- und arbeitsplatznahes Weiterbildungsangebot zu gewährleisten, sollten die unterschiedlichen Träger durch eine systematische Koordination und Kooperation das Angebot aufeinander abstimmen. Dabei verdient die Einbindung der berufsbildenden Schulen des Landkreises Schaumburg in die Erwachsenenbildung besondere Aufmerksamkeit (siehe auch E 3.7.02).

Die Kreisjugendmusikschule fördert eine möglichst früh einsetzende und umfassende musikalische Ausbildung der Kinder und Jugendlichen des Landkreises.

Dem Jugend-, Bildungs- und Freizeitzentrum Bückeberg, Stadt Obernkirchen, kommt als Einrichtung für Fortbildungsveranstaltungen der Jugendarbeit und als Tagungsort für die Jugend- und Erwachsenenbildung überörtliche Bedeutung zu.


E 3.7.04

Neben der Niedersächsischen Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege, Fachbereich Steuerverwaltung in Rinteln, bestehen keine weiteren Hochschuleinrichtungen im Landkreis Schaumburg.

Die Hochschulen und Fachhochschulen in Hannover bieten aufgrund ihrer relativen räumlichen Nähe der gewerblichen Schaumburger Wirtschaft durch Wissens- und Technologietransfer sowie Kooperationen ein bedeutendes Entwicklungs- bzw. Innovationspotenzial, das von den Unternehmen verstärkt genutzt werden sollte. Um eine verbesserte Betreuung der regionalen Unternehmen im Technologietransfer durch die Universität Hannover zu erreichen, hat der Landkreis Schaumburg im November 1999 einen Kooperationsvertrag mit der Innovationsgesellschaft der Universität Hannover mbH abgeschlossen. Die Innovationsgesellschaft ermittelt in persönlichen Gesprächen vor Ort den konkreten Bedarf der Unternehmen und unterbreitet Vorschläge zur praxisorientierten Beantwortung technischer sowie wirtschaftlicher Fragestellungen. Es sind allein im Jahr 2000 ca. 30 gemeinsame Entwicklungsvorhaben zwischen Unternehmen aus dem Planungsraum sowie Instituten der Universität initiiert worden.


E 3.7.05

Kunst- und Kulturpflege sowie ein vielfältiges Kulturangebot gehören zu den sogenannten „weichen“ Standortfaktoren, die bei der Standortentscheidung von Unternehmen und hochqualifizierten Arbeitnehmern sowie als Imagefaktor von Bedeutung sind. Darüber hinaus stellt der Kulturbereich ein wesentliches Element der lokalen und regionalen Identifikation der Bevölkerung dar und stärkt die Schaumburger Identität. Im Landkreis Schaumburg soll daher ein breit gefächertes Angebot an kulturellen Aktivitäten und Einrichtungen gesichert und entwickelt werden, die sowohl der Lebensqualität als auch der Wettbewerbsfähigkeit des Landkreises dienen. Eine Institution der regionalen Kulturförderung, auch im ländlichen Raum, ist die Schaumburger Landschaft e.V., die vom Landkreis, allen Gemeinden und von Kultur- und Heimatvereinen getragen und mit Landesmitteln unterstützt wird. (siehe auch D 3.1.07).

Über regional bedeutsame kulturelle Angebote wie Konzerte, Theatergastspiele, Ausstellungen, Lesungen und Publikationen hinaus, tragen im Landkreis Schaumburg vielfältige örtliche Veranstaltungen wie Volks-, Ernte- und Schützenfeste, Trachtenfestivals oder ähnliches wesentlich zur Stärkung der regionalen und lokalen Identität der Bevölkerung bei.


E 3.7.06

Um ein möglichst vielfältiges, unterschiedliche Bevölkerungsgruppen erreichendes Kulturangebot gewährleisten zu können, ist neben entsprechenden Einrichtungen und sonstigen infrastrukturellen und organisatorischen Rahmenbedingungen auch eine gezielte Kooperation der verschiedenen Kulturträger und lokalen Kulturinitiativen erforderlich (vgl. LROP Nds. 1994, S. 184). Im kulturellen Bereich kommt in der Region der Schaumburger Landschaft e.V. eine wichtige Funktion für die Förderung und Pflege von Kultur und Geschichte zu. Die Schaumburger Landschaft e.V. als Dachverband aller Kulturträger im Landkreis Schaumburg koordiniert die Kulturarbeit und strebt ein querschnittsorientiertes Kulturangebot in allen Sparten an.

Das Zusammenwirken aller entscheidenden Kulturträger und Kulturinitiativen ist in hohem Maße eine Frage der Informationsaufbereitung: Welche Veranstaltungen finden wann und wo statt und sind von örtlicher, überörtlicher oder gar überregionaler Bedeutung? Das Kulturinformationssystem der Schaumburger Landschaft e.V., das zur Zeit mit den Systemen aller Kulturveranstalter und Touristinformationen der Region sowie mit weiteren überregionalen Systemen vernetzt wird, ist zu stärken und auszubauen.
Hiermit könnte auch ein wichtiger Beitrag für die Bestrebungen zur Förderung des Kulturtourismus in der Region geleistet werden (vgl. Weserbergland-Region (Hrsg.) (2000), S. 27 f.).


E 3.7.07

Im Bereich der Kulturpflege kommt es insbesondere darauf an, günstige Rahmenbedingungen zur Entfaltung eines weitgehend von den Bürgern selbst getragenen und gestalteten kulturellen Lebens zu schaffen.

Örtliche Kulturveranstaltungen und kulturelle Aktivitäten der Kulturvereine, -initiativen und Heimatvereine in den Gemeinden und Ortschaften festigen das Gemeinschaftsleben und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung des Regionalbewusstseins (siehe auch E 3.7.05). Sie sollten zur Durchführung ihrer kulturellen Aktivitäten angemessen unterstützt werden.

Die gewachsene und im Bewusstsein der Menschen vorhandene Schaumburger Identität wird durch verschiedene Projekte der Schaumburger Landschaft e.V., wie z.B. den „Tag des offenen Denkmals“, Trachtenfestivals, Plattdeutsch-Kurse an Schulen und den „Wilhelm-Busch-Preis“ gestärkt. Diese und andere Projekte aus dem Bereich der Soziokultur stärken soziale Kontakte und kulturelle Bildung. Der Nachwuchsförderung dienen zusätzlich verschiedene Wettbewerbe in Musik und Kunst wie z.B. der Rock- und Popwettbewerb „Made in Schaumburg“, Künstlerstipendien, Kleinkunsttage und Amateurtheaterfestivals. Neue Entwicklungen in Kunst und Kultur sollten bei allen Projekten berücksichtigt werden.

In der Jugendkulturarbeit ist ein besonderer Schwerpunkt zu setzen (Jugendtheater und -musik, Straßenkunst, Werkstattarbeit, Umweltschutzinitiativen usw.). Als bedeutende Einrichtungen zur Durchführung dieser Aufgabe bedürfen Kommunikationszentren für die Jugend verstärkter Unterstützung.

Der Integration ausländischer Bürger kommt eine besondere Bedeutung zu. Das Zusammenleben mit ausländischen Mitbürgern ist nicht zuletzt vor dem Hintergrund eines zusammenwachsenden Europas weiter auszugestalten. Die Förderung multikultureller Aktivitäten in geeigneten Einrichtungen stärkt das gegenseitige Verständnis für unterschiedliche kulturelle Identitäten und Lebensweisen und ist deshalb zu unterstützen.


E 3.7.08

Die öffentlichen Büchereien des Planungsraumes erfüllen eine wichtige Aufgabe im Rahmen der Aus-, Fort- und Weiterbildung der Bevölkerung. Die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit einem qualifizierten Literatur- und Medienangebot ist daher zu erhalten und weiterhin zu verbessern.


E 3.7.09

Einrichtung, Erweiterung und Erhalt gut geführter Museen mit einer sachgerechten und anschaulichen Präsentation tragen wesentlich dazu bei, kulturgeschichtliche und landschaftshistorische Entwicklungen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich und verständlich zu machen.
Dies trifft vor allem für Museen und Heimatstuben mit thematischen Schwerpunkten aus der Region zu, da sie neben ihrer bedeutenden touristischen Funktion auch Bezugspunkte regionaler Identität darstellen.

Es bestehen im Landkreis Schaumburg folgende, z.T. ehrenamtlich organisierte, Museen und Heimatstuben:

  • Agnes-Miegel-Haus, Bad Nenndorf,
  • Berg- und Stadtmuseum der Stadt Obernkirchen,
  • Die Eulenburg - Museum Rinteln,
  • Heimatmuseum Auetal,
  • Heimatmuseum Hagenburg,
  • Heimatmuseum Lauenau,
  • Heimatmuseum Bad Eilsen,
  • Heimatmuseum Rodenberg,
  • Heimatmuseum Wiedensahl,
  • Heimatstube Exten,
  • Hubschraubermuseum Bückeburg,
  • Landesmuseum für Schaumburg-Lippische Geschichte, Landes- und Volkskunde, Bückeburg,
  • Mausoleum Bückeburg
  • Museum Amtspforte Stadthagen,
  • Schloss Bückeburg,
  • Stift Obernkirchen,
  • Wilhelm-Busch-Geburtshaus, Wiedensahl,
  • Zollstockmuseum, Wiedensahl.

Exponate und Informationen zur Landesnatur der nördlichen Teilregion sind zudem im Findlingsgarten und im Moorgarten in Hagenburg zusammengestellt. Ferner wird in dem kulturellen Erlebnispark „Jahrtausendblick Steinzeichen-Steinbergen“, Stadt Rinteln und Gemeinde Buchholz, die „Welt der Steine“ erlebbar gemacht (siehe auch E 3.8.05).

Die Abstimmung der thematischen Schwerpunkte der einzelnen Museen im Landkreis ist unter der Federführung der Schaumburger Landschaft e.V. erfolgt und ist Voraussetzung für die Förderung der Museen mit Mitteln des Landkreises.


E 3.7.10 und E 3.7.11

Das Spektrum der sozialen Dienste und sozialen Leistungen im Landkreis Schaumburg ist außerordentlich groß.

Durch ein wohnortnahes differenziertes Angebot an Kindertages-, Jugendfreizeit- und Jugendhilfeeinrichtungen öffentlicher und gemeinnütziger aber auch privater Träger in den Zentralen Orten (siehe E 1.6.01 und E 1.6.03) werden wichtige Voraussetzungen für die Sozialisation sowie die Integration bzw. Reintegration von Jugendlichen in die Gesellschaft geschaffen und die Eigenverantwortlichkeit von Jugendlichen gefördert.

Die Versorgung und Betreuung von älteren Menschen stellt vor dem Hintergrund unaufhaltsam steigender Seniorenzahlen eine zentrale sozialpolitische Aufgabe dar – zumal im Landkreis Schaumburg die Altersjahrgänge ab dem 55. Lebensjahr überdurchschnittlich repräsentiert sind (siehe E 1.1 (Altersstruktur der Bevölkerung)). Die Förderung vor allem ambulanter Betreuungseinrichtungen kann dabei ein Verbleiben der alten Menschen in ihrer häuslichen Umgebung sichern helfen.

Trotz des Erfordernisses einer wohnortnahen Versorgung alter Menschen werden Senioren- und Pflegeheime einen größeren Einzugsbereich haben müssen. Als Standorte für diese Einrichtungen kommen daher im Landkreis Schaumburg vorrangig die Mittelzentren in Frage. Zur Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung können aber auch kleinere Einrichtungen in zentralen Orten der Nahbereichsstufe erforderlich sein. Die sinnvolle Kombination und die räumliche Nähe zu zentralörtlichen Einrichtungen erleichterm die Nutzung dieser Einrichtungen auch für in ihrem Bewegungsradius eingeschränkte ältere Menschen.

Die Rehabilitation und Pflege behinderter Menschen erfordert neben besonderen sozialtherapeutischen Qualifikationen auch geeignete Einrichtungen, die den spezifischen Anforderungen einzelner Behinderungen gerecht werden und den Betroffenen ein weitgehend integriertes Leben und Arbeiten ermöglichen. Da die Einrichtungen für Behinderte in der Regel größere Einzugsbereiche erfordern, sind deren Standorte vorrangig in den Mittelzentren zu konzentrieren.

Neben der stationären Krankenversorgung in den Krankenhäusern der Mittelzentren Bückeburg, Rinteln und Stadthagen (Klinikum Schaumburg) sowie den Privatkrankenanstalten, Kurkliniken und Sanatorien in Bad Eilsen und Bad Nenndorf trägt eine räumlich regelmäßige und dichte Verteilung von niedergelassenen Ärzten zur angestrebten Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in der Region bei. Allgemeinärzte und Zahnärzte weisen eine relativ breite räumliche Verteilung auf; die Fachärzte konzentrieren sich in der Regel auf die Mittelzentren. Die ambulante ärztliche Versorgung der Bevölkerung ist in erster Linie Aufgabe der ärztlichen Standesorganisation. Aus raumordnerischer Sicht muss jedoch darauf hingewirkt werden, dass in allen Teilräumen eine annähernd gleichwertige Versorgung sichergestellt wird und im Bedarfsfall in angemessener Entfernung eine entsprechende Behandlung und Versorgung der Bürger gewährleistet werden kann.

Von verschiedenen Einrichtungen werden Angebote vorgehalten, die die Belange von Frauen unterstützen und der gesellschaftlichen Gleichstellung dienen (z.B. Frauenzentrum und Alte Polizei in Stadthagen sowie Volkshochschule Schaumburg).