E 3 - Nutzung und Entwicklung natürlicher und raumstruktureller Standortvoraussetzungen

E 3.9 - Wasserwirtschaft

E 3.9.2 - Abwasserbehandlung

E 3.9.2.01

Die Gewässer sind durch die Einleitung gefährlicher Stoffe sowie durch den Umgang mit und den Transport von wassergefährdenden Stoffen bedroht. Neben der Vermeidung gefährlicher Inhaltsstoffe ist die wichtigste und erfolgreichste Maßnahme für den Gewässerschutz die Abwasserreinigung.

Bei allen kommunalen Abwasserreinigungsanlagen, die nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik gebaut sind, wird das Abwasser von den abgesetzten Stoffen sowie größtenteils von seinen organischen Kohlenstoffverbindungen befreit. Neben den Verfahren mit konventioneller mechanischer und biologischer Reinigungsstufe sind weitergehende Verfahren nach dem Stand der Technik einzusetzen, um Schadstoffe abzubauen. Von besonderer Bedeutung ist die Verringerung der Belastung der Gewässer mit Nährstoffen (Stickstoff und Phosphor) durch eine dritte chemische Reinigungsstufe, um einer weiteren Gefährdung des Sauerstoffgehaltes der Oberflächengewässer durch Überdüngung entgegenzuwirken. Entsprechend den heutigen Mindestanforderungen und Regelungen zur Abwasserbehandlung muss ab einer Größe der Kläranlage von 10.000 Einwohnerwerten (EW) Stickstoff und Phosphor abgebaut werden.

Gemäß § 151 des Niedersächsischen Wassergesetzes (NWG) in Verbindung mit der Abwasserverordnung sind Abwässer mit gefährlichen Inhaltsstoffen aus Industrie und Gewerbebetrieben weitergehend nach dem Stand der Technik zu reinigen. Bei industriellen Abwassererzeugern wird es zur Verringerung der Gewässerbelastung künftig noch stärker darauf ankommen, Menge und Verschmutzungsgrad des Abwassers zu begrenzen. Die zuständigen Behörden sollten darauf hinwirken, dass Industrie- und Gewerbebetriebe, die einen hohen Wasserverbrauch haben, verstärkt Möglichkeiten zur Kreislaufführung des Abwassers nutzen.

Eine weitere Möglichkeit der Reduzierung der Gewässerbelastung durch Abwässer ist neben der Verbesserung der Abwasserreinigung und der Verringerung der Einleitungsmenge die richtige Standortwahl der Abwasserbehandlungsanlagen an hinreichend leistungsfähigen Gewässern. Besonders sensibel gegenüber Schadstoffeintrag - auch gegenüber der Einleitung geklärter Abwässer - sind die stehenden Gewässer. Deren natürliche Selbstreinigungskraft ist aufgrund des fehlenden Wasseraustausches nur sehr begrenzt gegeben und kann leicht überbeansprucht werden.

Die Bezirksregierungen als obere Wasserbehörden stellen für Einzugsgebiete von Gewässern Pläne zur Abwasserreinigung gemäß § 152 des Nds. Wassergesetzes (NWG) auf. Diese Pläne beinhalten:

  • die Standorte für bedeutsame Anlagen zur Abwasserbehandlung,
  • ihre Einzugsbereiche,
  • Grundlagen für die Abwasserbehandlung,
  • die Gewässer, in die eingeleitet werden soll sowie
  • die Träger der Maßnahmen.

Im Gebiet des Landkreises Schaumburg wurden in einzelnen Ortsteilen vorhandene kleinere und teilweise unzulänglich arbeitende Abwasserbehandlungsanlagen stillgelegt bzw. zu Pumpstationen umgebaut, so dass das Abwasser größeren, zum Teil hierzu erweiterten Kläranlagen zugeführt wird. Größere Abwasserbehandlungsanlagen können wirtschaftlicher und wirkungsvoller arbeiten. Darüber hinaus ist eine Überwachung durch fachkundiges Personal mit ständiger Präsenz bzw. durch Installation von Fernwirk-/ Fernleittechnik auf den Abwasserbehandlungsanlagen möglich. Zu den stillgelegten Anlagen gehören die Kläranlagen Cammer, Obernkirchen, Borstel, Riepen, Apelern, Lauenau, Feggendorf, Algesdorf, Wölpinghausen, Heuerßen, Beckedorf und Möllenbeck.

Zur Verbesserung der Reinigungsleistung wurden die Kläranlagen Bad Nenndorf, Haste, Vehlen, Volksdorf, Bückeburg, Lindhorst, Rodenberg und Stadthagen vollständig saniert. Sämtliche Kläranlagen im Landkreis Schaumburg, außer den kleineren Kleinkläranlagen (siehe oben), sind durch die Einrichtung dritter Reinigungsstufen an den Stand der Technik angepasst worden.

Im Kreisgebiet sind nahezu alle verdichteten Siedlungsbereiche an kommunale Klärwerke angeschlossen. Defizite bestehen in Bereichen mit Streubebauung. Der Anschlussgrad der Einwohner beträgt zur Zeit ca. 98,5 %. Wegen der ländlichen Struktur des Kreisgebietes werden auch künftig etwa 1 % der Bevölkerung nicht an zentrale Kanalisationen angeschlossen werden können. Die betroffenen Haushalte liegen außerhalb erschlossener Entsorgungsräume und können mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand nicht angeschlossen werden. In diesen Fällen soll auch weiterhin der Betrieb von Hauskläranlagen nach DIN 4261 oder vergleichbarer geeigneter Reinigungsverfahren mit nachgeschalteter biologischer Stufe in Form von Tropfkörpern, bepflanzten Bodenfiltern o. ä. zugelassen bleiben (vgl. DIN (1991)).

In der Zeichnerischen Darstellung sind die zentralen Kläranlagen des Landkreises Schaumburg dargestellt. Kleine Kläranlagen bis 1000 Einwohnerwerte sind nicht aufgeführt.
 

Tab. E 3.9/2: Kommunale Klärwerke im Landkreis Schaumburg (Stand 08/2000)

Träger der
Abwasser-
behandlung
Art und Kapazität der
Klärwerke
Standorteangeschlossene OrtsteileKapazitäts-
ausnut-
zung
Art *)EW **)
Stadt BückeburgM, Bs, Pb,
Pc, N, D
33.000BückeburgBückeburg, Achum, Bergdorf, Evesen/
Meinsen, Müsingen, Rusbend, Scheie,
Warber
95 %
Stadt RintelnM, Bs, Pb,
Pc, N, D



M, Bs
M, Bs
M, Bs
80.000




1.000
1.000
250
Rinteln




Hohenrode***)
Goldbeck
Friedrichswald
Rinteln, Ahe, Deckbergen, Engern, Exten,
Kohlenstädt, Krankenhagen, Möllenbeck,
Schaumburg, Steinbergen, Strücken
(teilweise), Todenmann, Uchtdorf,
Volksen, Wennkamp
Hohenrode
Goldbeck
Friedrichswald
ausgelastet




ausgelastet
90 %
90 %
Stadt
Stadthagen
M, T, B, Pc,
N, D
42.000StadthagenStadthagen, Habichhorst, Obernwöhren,
Hörkamp-Langenbruch, Wendthagen
75 %
Gemeinde
Auetal
M, Bs, Pc,
N, D
8.000BuchholzBernsen, Borstel, Kathrinhagen,
Poggenhagen, Raden, Rannenberg,
Rehren, Rolfshagen, Borstel
70 %
SG LindhorstM, Bs, Pc,
N, D
15.000LindhorstLindhorst, Ottensen, Heuerßen
Kobbensen, Beckedorf
70 %
SG NenndorfM, Bs, Pb,
Pc, N, D

M, Bs, Pb,
Pc, N, D
21000


8500
Bad
Nenndorf

Haste
Bad Nenndorf, Waltringhausen,
Ohndorf, Hosten, Riepen

Haste, Hohnhorst, Rehren,
Helsinghausen, Kreuzriehe
90 %


90 %
SG RodenbergM, Bs, Pb,
Pc, N, D
26.000LauenauApelern, Rodenberg, Hülsede, Meinsen,
Lauenau, Feggendorf, Pohle, Algesdorf,
Wiersen
70 %
SG Sachsen-
hagen
M, Bs, Pb,
N, D
15.000Auhagen
(KA Reiher
-wald)
Wölpinghausen, Sachsenhagen,
Auhagen, Bergkirchen, Wiedenbrügge,
Hagenburg, Altenhagen, Düdinghausen
ausgelastet
Abwasserver-
band Auetal
M, Bs, Pb,
Pc, N, D
30.000VehlenAhnsen, Bad Eilsen, Buchholz, Heeßen,
Luhden, Krainhagen, Röhrkasten, Vehlen,
Gelldorf, Obernkirchen
75 %
Abwasserver
-band Gehle
-Holpe
M, Bs, Pb,
Pc, N, D
26.000VolksdorfLauenhagen, Meerbeck, Niedernwöhren,
Nordsehl, Pollhagen, Wiedensahl,
Helpsen, Hespe, Nienstädt, Seggebruch,
Rusbend, Enzen, Hobbensen
75 %

*) Verfahren:
M = Mechanische Reinigung
B = Belebung
Bs = Belebung mit gemeinsamer Schlammstabilisierung
T = Tropfkörper
N = Nitrifikation
D = Denitrifikation
Pb = Phosphatelimination biologisch
Pc = Phosphatelimination chemisch
**) (EW) Einwohnwerte = Einwohner + Einwohnergleichwerte
Um die Verschmutzung von Industrie- und Gewerbeabwässern mit der von häuslichen Abwässern vergleichen zu können, wird die Schmutzfracht auf die eines Einwohners bezogen und ergibt somit den Einwohnergleichwert.
***) Kläranlage Hohenrode wird bis zum Jahr 2003 still gelegt und durch ein Pumpwerk ersetzt.
Quelle: Eigene Erhebung (2000)

 

E 3.9.2.02

Im Bereich des Landkreises Schaumburg entstanden 1999 insgesamt 5.668 t Trockensubstanz in den kommunalen Kläranlagen. Dabei wurde das Volumen der Klärschlämme durch Entwässerung bereits deutlich reduziert. Der größte Teil des im Landkreis Schaumburg anfallenden Klärschlamms wird landwirtschaftlich verwertet; der Verwertungsgrad lag 1999 bei nahezu 100 %. (siehe auch E 3.10.0.01 und E 3.10.0.03)

Kommunaler Klärschlamm besteht überwiegend aus organisch verwertbaren Substanzen und enthält daneben verschiedene Pflanzennährstoffe und Spurenelemente. Es ist daher auch für die Zukunft die Verwertung eines möglichst großen Anteils des Klärschlammes in der Landwirtschaft anzustreben, sofern sich nach Maßgabe der Klärschlammverordnung (AbfKlärV) die schädlichen Inhaltsstoffe in tolerierbaren Grenzen halten und geeignete Nutzflächen in der erforderlichen Größe zur Aufbringung des Klärschlammes zu Verfügung stehen. Um Gefährdungen durch unsachgemäße Klärschlammausbringungen weitestgehend zu unterbinden, ist die konsequente Umsetzung der Klärschlammverordnung geboten. Dazu sind ständige Kontrollen der Eintragsmengen von Klärschlamm und dessen Inhaltsstoffen in den Boden und das Grundwasser erforderlich.

Soweit die landwirtschaftliche Verwertung wegen der Art und Zusammensetzung des Klärschlammes nicht möglich ist, muss dessen Entsorgung als Abfall erfolgen (siehe auch E 3.10.0.03). Die Klärschlammmengen der Stadt Stadthagen wurden wegen zu hoher Schadstoffgehalte in der Vergangenheit entwässert auf der Klärschlammdeponie Hülshagen deponiert; 1994 lag der Verwertungsgrad des im Landkreis insgesamt angefallenen Klärschlamms (5.358 t) nur bei 80 %. Durch die Aufgabe der Lederfabrikation sind die im Bereich der Stadt Stadthagen anfallenden Klärschlämme jedoch inzwischen landwirtschaftlich verwertbar (siehe Abb. 3.10/1). Eine Steigerung der Akzeptanz für die landwirtschaftliche Verwertung ist durch die Einrichtung der Klärschlammfonds gegeben.

Wird sich trotz der Ausschöpfung der zur Verfügung stehenden Handlungsspielräume keine langfristige Entsorgungssicherheit über die landwirtschaftliche Verwertung des Klärschlamms erzielen lassen, ist unter Berücksichtigung der Anforderungen der TA Siedlungsabfall spätestens ab dem Juni 2005 eine Mitverbrennung der landwirtschaftlich nicht verwertbaren Klärschlämme, z.B. in der Müllverbrennungsanlage Hameln oder in Kohlekraftwerken, erforderlich und anzustreben.


E 3.9.2.03

Die Überprüfung der Kanalnetze mit anschließender Sanierung von festgestellten Schäden ist für den Gewässerschutz von größter Bedeutung. Der Anschlussgrad an zentrale Abwasserbeseitigungsanlagen hat zwar einen hohen Stand erreicht, doch entsprechen die Kanalisationsanlagen häufig nicht mehr den Anforderungen an eine ordnungsgemäße Abwasserableitung. Nach Schätzungen sind in der Bundesrepublik ca. 20 % des öffentlichen Kanalnetzes sanierungsbedürftig (MU (Hrsg.) (1992)).

Kanalnetzuntersuchungen mit steuerbaren optischen Geräten haben gezeigt, dass Rohrleitungen bedingt durch mangelhafte Verlegtechniken oder Alterungsprozesse zum Teil an ihren Wandungen und insbesondere auch im Verbindungs- bzw. Muffenbereich im Laufe der Zeit schadhaft werden und es somit zu einem Austritt und einer Versickerung von Abwässern in den Untergrund kommen kann. Innerhalb von Wasserschutzgebieten ist die regelmäßige Prüfung der Kanalsysteme bereits Regel der Technik. Außerhalb von Schutzgebieten sind die Betreiber der Abwasserentsorgung ebenfalls verpflichtet dafür Sorge zu tragen, dass von ihren Anlagen keine schädliche Verunreinigung auf das Grundwasser ausgeht. Die intensive Überwachung von Indirekteinleitern bewirkt eine Reduzierung des Gefährdungspotenzials der Gewässerverunreinigung aus möglicherweise schadhaften Grundleitungen der Gewerbebetriebe.

Abhilfemaßnahmen können im Bedarfsfalle in der Regel nur durch Sanierung bzw. Neuverlegung von Rohrleitungen erfolgen. Da hiermit erhebliche Investitionen verbunden sind, ist es um so mehr erforderlich, dass die Gemeinden entsprechende Konzepte aufstellen, um ihre Kanalsysteme in finanzierbaren Schritten zu sanieren bzw. zu erneuern.


E 3.9.2.04

Industrie- und Gewerbebetriebe können nur angesiedelt, erweitert oder neu erschlossen werden, wenn eine ausreichende und einwandfreie Schmutz- und Niederschlagswasserentsorgung sichergestellt ist.

Im Landkreis Schaumburg wird derzeit das Schmutzwasser aus den bestehenden Industrie- und Gewerbebetrieben in der Regel mit dem häuslichen Schmutzwasser in kommunalen Kläranlagen behandelt. Entsprechend § 149 bzw. § 151 NWG i.V.m. der Abwasserverordnung (AbwV) kann ein Betrieb mit hohem Wasserbedarf und entsprechend hohem Abwasseranfall zum Bau einer betriebseigenen Kläranlage verpflichtet werden, wenn durch die Abwassereinleitung die Kapazität bzw. Reinigungstechnik einer kommunalen Kläranlage überfordert wird. Mit Ausnahme eines größeren Getränkeherstellers in Rinteln werden im Kreisgebiet zur Zeit keine Abwasserbehandlungsanlagen als Indirekteinleiter mit wesentlichen Abwasserfrachten betrieben. In Bad Nenndorf, Beckedorf, Kirchhorsten, Ottensen und Sachsenhagen sind betriebseigene Kläranlagen als Direkteinleiter errichtet.

Die Wärmebelastung der Gewässer durch die Einleitung erwärmten Kühlwassers spielt bisher, abgesehen von der Weser, eine eher untergeordnete Rolle. Auch in Zukunft sollte die Wärmebelastung der Gewässer im Landkreis Schaumburg so gering wie möglich gehalten werden, um negative Auswirkungen auf das Ökosystem „Fließgewässer“ zu vermeiden (siehe auch E 2.3.02). Zur Bestimmung der zulässigen Wärmebelastungen der Weser durch Industrieanlagen und Kraftwerke hat die Arbeitsgemeinschaft der Länder zur Reinhaltung der Weser (Arge Weser) im Jahre 1974 einen „Wärmelastplan Weser“ herausgegeben. Bestehende und künftige Wärmeeinleitungen in die Weser sind an diesem Lastplan zu orientieren. Die Einleitung von erwärmtem Kühlwasser durch einen Gewerbebetrieb in die Exter wurde durch Kreislaufführung im Jahr 2001 eingestellt.


E 3.9.2.05

Das Regenwasser von Dachflächen und allen befestigten Flächen wie Straßen, Parkplätzen, Wegen etc. wird bislang in der Regel möglichst schnell und vollständig über die Kanalisation abgeführt. Neben dieser bewährten Form der Ableitung werden im Zusammenhang mit dem ökologischen Städtebau naturnahe Formen der Regenwasserbewirtschaftung angeraten und verfolgt. Eine Versickerung des Regenwassers nahe am Entstehungsort und eine Nutzung des Regenwassers als Brauchwasser in Gebäuden und Gärten ist unter Berücksichtigung der Belange des Boden- und Grundwasserschutzes eine ebenso ökologisch sinnvolle wie kostengünstige Alternative zur Regenwasserableitung in den Kanal. Ein entsprechendes Vorgehen trägt dazu bei, den Boden als natürliches Regulativ für die Wasseraufnahme und Wasserabgabe zu reaktivieren, die Grundwasserneubildung zu intensivieren, den Abfluss in die Fließgewässer zu verstetigen und somit die Überschwemmungsgefahr zu reduzieren, die bestehenden Kanalisationsanlagen und Klärwerke zu entlasten, die Kosten für den Bau neuer Abwasserkanäle einzusparen und nicht zuletzt die Grundwasservorkommen zu entlasten.

Seit Februar 1990 sind nicht mehr die Gemeinden, sondern die Eigentümer zur Beseitigung des Regenwassers verpflichtet. So ist der Anschlusszwang in den Abwassersatzungen der Kommunen nicht mehr erforderlich und sollte - soweit es die Boden- und Grundwasserverhältnisse zulassen - durch die Festsetzung der Regenwasserversickerung oder -nutzung in den Bauleitplänen ersetzt werden. Die Möglichkeiten zur finanziellen Förderung entsprechender neuer Technologien sollten genutzt werden.

In einigen Gemeinden des Landkreises Schaumburg (Gemeinde Auetal, Stadt Bückeburg, Stadt Rinteln und Stadt Stadthagen) wird das Schmutz- und Niederschlagswasser zum Teil nicht getrennt (Trennsystem), sondern noch zusammen abgeleitet (Mischsystem). Bei starken Regenfällen wird, um die Kapazität der Kläranlage nicht zu überlasten, ein Teil des Wassers aus den Mischwasserkanälen ungeklärt in die Vorfluter abgeschlagen. Einen wesentlichen Beitrag zur Vermeidung dieser Abschläge und der damit verbundenen höheren Gewässerbelastungen können, neben dem Bau von Regenrückhaltebecken in den Siedlungsbereichen, die oben genannten Maßnahmen zur Verbesserung der Regenwasserversickerung und -nutzung leisten.