E 3 - Nutzung und Entwicklung natürlicher und raumstruktureller Standortvoraussetzungen

E 3.10 - Abfallwirtschaft

E 3.10.1 - Siedlungsabfall, Sonderabfall

E 3.10.1.01/02

Im Jahre 1990 wurde durch die Bezirksregierung Hannover ein Gutachten zur flächendeckenden Standortsuche für eine Siedlungsabfalldeponie im Landkreis Schaumburg eingeholt (vgl. Bezirksregierung Hannover (1990/II)). Das Gutachten weist, vor allem aufgrund der sehr günstigen natürlichen geologischen und hydrologischen Standortvoraussetzungen, den Standort Sachsenhagen als den geeignetsten aus. Unterstützt wird dieses Ergebnis durch zusätzliche am Standort Sachsenhagen in den Jahren 1990 und 1995 hinsichtlich der geologischen und hydrologischen Verhältnisse durchgeführte eingehende gutachterliche Untersuchungen (vgl. IFAH (1990) und AWS (1995)).

Das inzwischen im Westen der Stadt Sachsenhagen errichtete Entsorgungszentrum Schaumburg dient als zentrale Siedlungsabfalldeponie für das Landkreisgebiet. Aufgrund der günstigen Standortvoraussetzungen und der bereits am Standort Sachsenhagen vorhandenen Entsorgungsanlagen sollte eine längerfristig erforderliche Schaffung zusätzlichen Siedlungsabfalldeponievolumens im Landkreis Schaumburg vorrangig im Anschluss an die bestehende Zentraldeponie realisiert werden. Aufgrund dessen ist westlich des planfestgestellten Bereiches des Entsorgungszentrums Schaumburg zur Standortvorsorge in der Zeichnerischen Darstellung ein Vorrangstandort für eine Siedlungsabfalldeponie mit weiterem raumordnerischen Abstimmungsbedarf festgelegt. Die Festlegung beruht nicht auf konkreten Erweiterungsplänen und hängt auch nicht direkt mit dem in einer bestimmten Zeitspanne benötigten Ablagerungsvolumen zusammen, sondern dient allein der vorsorglichen Sicherung des Standortes aufgrund der vorgefundenen Standorteigenschaften und -qualitäten für eine Siedlungsabfalldeponie.

Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes betreibt im Bereich des Landkreises am Mittellandkanal fünf Baggergut- und Bodendeponien (Stand Ende 2002). Diese dienen der Ablagerung beim Ausbau und bei der Unterhaltung des Mittellandkanals anfallenden Bodens bzw. Baggergutes. Diese Deponien befinden sich in Volksdorf, Sachsenhagen, Meinsen und Hülshagen. Die Standorte Baum II und Wilhelmsdorf befinden sich in der Stilllegungsphase.

Bezüglich Erläuterungen zu den festgelegten Vorrangstandorten für Siedlungsabfalldeponien bzw. sonstige Abfallanlagen im Landkreis Schaumburg siehe E 3.10.0.01 und E 3.10.0.03.


E 3.10.1.03

„Zur Behandlung und Endlagerung von Sonderabfällen in Niedersachsen wird derzeit noch die Sonderabfalldeponie Hoheneggelsen im Landkreis Hildesheim als zentrale obertägige Deponie genutzt. Auch die Errichtung/Nutzung von Kavernen und aufgelassenen Bergwerken im Salzgestein als Deponie ist in Niedersachsen vorgesehen. Die erforderliche Kapazität für die Errichtung von Anlagen zur thermischen Behandlung von Sonderabfällen wird zur Zeit ermittelt.

Weiterhin ist vom Land für Massenabfälle, die nicht gemeinsam mit Siedlungsabfällen entsorgt werden können, die obertägige Deponie Alversdorf eingerichtet worden. Aufgelassene Bergwerke in dafür geeigneten geologischen Formationen sind auch zu nutzen; diese Aufgabe ist der Niedersächsischen Gesellschaft zur Endablagerung von Sonderabfall mbH (NGS) übertragen worden.“ (LROP Nds. 1994, S. 190)

Bezüglich Erläuterungen zur Einsammlung und Entsorgung der Problemabfälle im Landkreis Schaumburg siehe E 3.10.0.01.