E 3 - Nutzung und Entwicklung natürlicher und raumstruktureller Standortvoraussetzungen

E 3.10 - Abfallwirtschaft

E 3.10.2 - Altlasten

E 3.10.2.01

Altlasten - einschließlich Rüstungs- und militärische Altlasten - sind Altablagerungen und Altstandorte, von denen wegen der von ihnen für den Boden, ein Gewässer oder die Luft ausgehenden Belastungen Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgehen.

Altablagerungen sind stillgelegte Ablagerungsplätze mit kommunalen und gewerblichen Abfällen, die im wesentlichen vor Inkrafttreten des Abfallbeseitigungsgesetzes (1972) entstanden sind und betrieben wurden. Inzwischen wurden die Altablagerungen erfasst und bewertet. Die Regelbehandlung der Altablagerungen erfolgt heute nach dem „Altlastenprogramm des Landes Niedersachsen - Altablagerungen“. Das Altlastenprogramm sieht vier aufeinander aufgebaute Phasen der Erkundung und Bewertung der Altablagerungen vor, nach denen die Altablagerungen schrittweise bis zur möglicherweise notwendigen Sanierung abgearbeitet werden sollen.

Eine Sanierung erfolgt durch Maßnahmen

(1.) zur Beseitigung oder Verminderung der Schadstoffe (Dekontaminationsmaßnahmen),

(2.) die eine Ausbreitung der Schadstoffe verhindern, ohne die Schadstoffe zu beseitigen (Sicherungsmaßnahmen),

(3.) zur Beseitigung oder Verminderung schädlicher Veränderungen der physikalischen oder biologischen Beschaffenheit des Bodens.

Im Landkreis Schaumburg sind derzeit 198 Altablagerungen bekannt, die gemäß dem niedersächsischen Altlastenprogramm erfasst und einer formalen Erstbewertung unterzogen wurden. Nach der formalen Erstbewertung wird derzeit der Handlungsbedarf für die einzelnen Altablagerungen mit einer Prioritätenliste ermittelt. Vorab wurden bereits für 39 Altablagerungen Orientierungsuntersuchungen/Gefährdungsabschätzungen gemäß Phase III A des Altlastenprogramms durchgeführt (Stand November 2000). Die Untersuchungen belegen, dass überwiegend eine Kontrolle und weitere Überwachung oder Nutzungsbeschränkung der Altablagerungen ausreichend sind.

Rekultivierte Deponien und Altablagerungen ohne wirksame, qualifizierte Oberflächendichtung sind zur Verminderung der Sickerwasserneubildungsrate und zur Vermeidung von Erosionserscheinungen nur extensiver land- und forstwirtschaftlicher oder sonstiger Nutzung zuzuführen, die ein Aufbrechen der Rekultivierungsschicht und die damit verbundene Zerstörung der Vegetationsdecke ausschließen.

Unter Altstandorten werden Grundstücke verstanden, die gewerblich, industriell oder sonstig genutzt wurden oder werden (ausgenommen atomrechtliche Anlagen), und bei denen der Verdacht besteht, dass durch Umgang mit gefährlichen Stoffen bei den ehemaligen Nutzungen Umweltbelastungen eingetreten sein können. Die Altstandorte befinden sich im Erfassungsstadium. Ihre Anzahl dürfte insgesamt erheblich über der Zahl der Altablagerungen liegen.

Militärische Altlasten bezeichnen Altlastenstandorte oder Altlastverdachtsflächen, die nach dem zweiten Weltkrieg durch die Bundeswehr, NVA, NATO oder sowjetische Streitkräfte militärisch genutzt wurden. Unter Rüstungsaltlasten versteht man in Niedersachsen insbesondere ehemalige Flächen der Rüstungsindustrie, auf denen Kampfmittel (chemische Kampfstoffe, Sprengstoffe etc.) hergestellt, zwischengelagert oder abgelagert wurden. Im Landkreis Schaumburg befanden sich mehrere Rüstungsaltlastenverdachtsflächen, bei denen allerdings der Gefahrenverdacht ausgeräumt werden konnte. Die bisherigen Erkundungen haben nur für den sich aus mehreren Teilflächen zusammensetzenden Standort Obernkirchen/Bückeberge (ehemaliges Munitionsdepot und Sprengplätze) ein voraussichtlich hohes Gefährdungspotenzial ergeben. Für eine abschließende Gefahrenbeurteilung besteht noch weiterer Untersuchungsbedarf.


E 3.10.2.02

Altlasten, die in ihrer räumlichen Auswirkung, insbesondere in Form von Luft-, Boden- und Grundwasserkontaminationen, weit über ihren eigentlichen Ablagerungsbereich hinausgehen, sind im Kreisgebiet nicht bekannt. Die bisher erfassten und hinreichend erkundeten Altablagerungen und Altstandorte sind in ihren Auswirkungen örtlich begrenzt und beeinflussen nicht die raumstrukturelle Entwicklung.

Nachrichtlich ist in die Zeichnerischen Darstellung eine regional bedeutsame Altlast aus dem Plangebiet des Landkreises Nienburg/Weser übernommen, die im Grenzbereich zum Landkreis Schaumburg liegt. In dem Regionalen Raumordnungsprogramm 2003 des Landkreises Nienburg/Weser ist die Sonderabfalldeponie in Münchehagen als regional bedeutsame Altlast dargestellt. Bei der Altlast Münchehagen handelt es sich um zwei ehemalige Sonderabfalldeponien. Die Deponiekörper liegen vollständig auf dem Gebiet des Landkreises Nienburg/Weser; im Landkreis Schaumburg befinden sich Betriebsgebäude.

Der Landkreis Nienburg/Weser führt zur Altlast Münchehagen folgendes aus:

„Seit der Schließung der Deponie im Jahr 1983 wurden zahlreiche Untersuchungen über das von der Altlast ausgehende Gefährdungspotenzial durchgeführt, auf deren Grundlage vom Land

  • eine vollständige seitliche Umschließung mit einer Tiefe von 30 m (Dichtwand),

  • eine Oberflächenabdichtung,

  • die Einrichtung eines Monitoringsystems zur Umgebungsüberwachung

als wesentliche Sicherungsmaßnahmen beschlossen und eingeleitet wurden. Die gesamten Sicherungsmaßnahmen wurden im Jahr 2001 fertiggestellt. Die Umgebungsüberwachung wird nach dem Prinzip der zonaren Überwachung mit einem zeitlich und räumlich abgestuften Untersuchungsprogramm durchgeführt. Nach einer Vorlauf- und Übergangsphase mit einem erhöhten Probenahme- und Analyseumfang soll ab dem Jahr 2003 das reguläre, kontinuierliche Grundwassermonitoring mit einer halbjährlichen Probenahme und Analytik erfolgen. Anhand einer jährlich stattfindenden Bewertung soll von einem Bewertungsgremium im Jahr 2004 ein Bericht vorgelegt werden, der Empfehlungen über Anpassungen des Umfangs und des Ablaufs enthält. Parallel hierzu werden die Untersuchungen des von der Bezirksregierung Hannover eingeführten „Überwachungsplan Wasser“ weiter durchgeführt“ (Landkreis Nienburg/Weser (2003): Regionales Raumordnungsprogramm 2003 für den Landkreis Nienburg/Weser, S. 226).

Der Landkreis Schaumburg unterstützt die im Regionalen Raumordnungsprogramm des Landkreises Nienburg/Weser enthaltene raumordnerische Zielsetzung, dass die Wirkung der Sicherungsmaßnahmen „einer kontinuierlichen, intensiven Kontrolle unterzogen werden“ soll (vgl. Landkreis Nienburg/Weser (2003), Abschnitt D 3.10.2.02).


Abb. 3.10/2: Standorte der Altablagerungen im Landkreis Schaumburg
steht in dieser Web-Version des RROP nicht zur Verfügung und ist nur in der veröffentlichten Druckfassung des RROP enthalten.
 

Im Landkreis Schaumburg sind derzeit 198 Altablagerungen bekannt, die gemäß dem niedersächsischen Altlastenprogramm erfasst und einer formalen Erstbewertung unterzogen wurden. Nach der formalen Erstbewertung wird derzeit der Handlungsbedarf für die einzelnen Altablagerungen mit einer Prioritätenliste ermittelt. Vorab wurden bereits für 39 Altablagerungen Orientierungsuntersuchungen/Gefährdungsabschätzungen gemäß Phase III A des Altlastenprogramms durchgeführt (Stand November 2000). Die Untersuchungen belegen, dass überwiegend eine Kontrolle und weitere Überwachung oder Nutzungsbeschränkung der Altablagerungen ausreichend sind.

Rekultivierte Deponien und Altablagerungen ohne wirksame, qualifizierte Oberflächendichtung sind zur Verminderung der Sickerwasserneubildungsrate und zur Vermeidung von Erosionserscheinungen nur extensiver land- und forstwirtschaftlicher oder sonstiger Nutzung zuzuführen, die ein Aufbrechen der Rekultivierungsschicht und die damit verbundene Zerstörung der Vegetationsdecke ausschließen.

Unter Altstandorten werden Grundstücke verstanden, die gewerblich, industriell oder sonstig genutzt wurden oder werden (ausgenommen atomrechtliche Anlagen), und bei denen der Verdacht besteht, dass durch Umgang mit gefährlichen Stoffen bei den ehemaligen Nutzungen Umweltbelastungen eingetreten sein können. Die Altstandorte befinden sich im Erfassungsstadium. Ihre Anzahl dürfte insgesamt erheblich über der Zahl der Altablagerungen liegen.

Militärische Altlasten bezeichnen Altlastenstandorte oder Altlastverdachtsflächen, die nach dem zweiten Weltkrieg durch die Bundeswehr, NVA, NATO oder sowjetische Streitkräfte militärisch genutzt wurden. Unter Rüstungsaltlasten versteht man in Niedersachsen insbesondere ehemalige Flächen der Rüstungsindustrie, auf denen Kampfmittel (chemische Kampfstoffe, Sprengstoffe etc.) hergestellt, zwischengelagert oder abgelagert wurden. Im Landkreis Schaumburg befanden sich mehrere Rüstungsaltlastenverdachtsflächen, bei denen allerdings der Gefahrenverdacht ausgeräumt werden konnte. Die bisherigen Erkundungen haben nur für den sich aus mehreren Teilflächen zusammensetzenden Standort Obernkirchen/Bückeberge (ehemaliges Munitionsdepot und Sprengplätze) ein voraussichtlich hohes Gefährdungspotenzial ergeben. Für eine abschließende Gefahrenbeurteilung besteht noch weiterer Untersuchungsbedarf.


E 3.10.2.02

Altlasten, die in ihrer räumlichen Auswirkung, insbesondere in Form von Luft-, Boden- und Grundwasserkontaminationen, weit über ihren eigentlichen Ablagerungsbereich hinausgehen, sind im Kreisgebiet nicht bekannt. Die bisher erfassten und hinreichend erkundeten Altablagerungen und Altstandorte sind in ihren Auswirkungen örtlich begrenzt und beeinflussen nicht die raumstrukturelle Entwicklung.

Nachrichtlich ist in die Zeichnerischen Darstellung eine regional bedeutsame Altlast aus dem Plangebiet des Landkreises Nienburg/Weser übernommen, die im Grenzbereich zum Landkreis Schaumburg liegt. In dem Regionalen Raumordnungsprogramm 2003 des Landkreises Nienburg/Weser ist die Sonderabfalldeponie in Münchehagen als regional bedeutsame Altlast dargestellt. Bei der Altlast Münchehagen handelt es sich um zwei ehemalige Sonderabfalldeponien. Die Deponiekörper liegen vollständig auf dem Gebiet des Landkreises Nienburg/Weser; im Landkreis Schaumburg befinden sich Betriebsgebäude.

Der Landkreis Nienburg/Weser führt zur Altlast Münchehagen folgendes aus:

„Seit der Schließung der Deponie im Jahr 1983 wurden zahlreiche Untersuchungen über das von der Altlast ausgehende Gefährdungspotenzial durchgeführt, auf deren Grundlage vom Land

  • eine vollständige seitliche Umschließung mit einer Tiefe von 30 m (Dichtwand),

  • eine Oberflächenabdichtung,

  • die Einrichtung eines Monitoringsystems zur Umgebungsüberwachung

als wesentliche Sicherungsmaßnahmen beschlossen und eingeleitet wurden. Die gesamten Sicherungsmaßnahmen wurden im Jahr 2001 fertiggestellt. Die Umgebungsüberwachung wird nach dem Prinzip der zonaren Überwachung mit einem zeitlich und räumlich abgestuften Untersuchungsprogramm durchgeführt. Nach einer Vorlauf- und Übergangsphase mit einem erhöhten Probenahme- und Analyseumfang soll ab dem Jahr 2003 das reguläre, kontinuierliche Grundwassermonitoring mit einer halbjährlichen Probenahme und Analytik erfolgen. Anhand einer jährlich stattfindenden Bewertung soll von einem Bewertungsgremium im Jahr 2004 ein Bericht vorgelegt werden, der Empfehlungen über Anpassungen des Umfangs und des Ablaufs enthält. Parallel hierzu werden die Untersuchungen des von der Bezirksregierung Hannover eingeführten „Überwachungsplan Wasser“ weiter durchgeführt“ (Landkreis Nienburg/Weser (2003): Regionales Raumordnungsprogramm 2003 für den Landkreis Nienburg/Weser, S. 226).

Der Landkreis Schaumburg unterstützt die im Regionalen Raumordnungsprogramm des Landkreises Nienburg/Weser enthaltene raumordnerische Zielsetzung, dass die Wirkung der Sicherungsmaßnahmen „einer kontinuierlichen, intensiven Kontrolle unterzogen werden“ soll (vgl. Landkreis Nienburg/Weser (2003), Abschnitt D 3.10.2.02).


Abb. 3.10/2: Standorte der Altablagerungen im Landkreis Schaumburg
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