D 1 - Entwicklung der räumlichen Struktur

D 1.5 - Siedlungsentwicklung, Wohnen, Schutz siedlungsbezogener Freiräume

C 1.5.01 (LROP)

Die Siedlungsentwicklung der Städte und Gemeinden ist so zu gestalten, dass ihre besondere Eigenart erhalten bleibt. Insbesondere gewachsene, das Orts- und Landschaftsbild oder die Lebensweise der Einwohner prägende Strukturen sind zu erhalten und unter Berücksichtigung der städtebaulichen Erfordernisse weiterzuentwickeln.

C 1.5.02 (LROP)

Die Umweltqualität in den Städten und Gemeinden ist durch eine ökologisch orientierte Innenentwicklung und Attraktivitätssteigerung zu verbessern, insbesondere durch Sicherung von Grünflächen mit Übergang zur freien Landschaft.

D 1.5.02

Einer Zersiedelung der Landschaft ist entgegenzuwirken. Freiräume sind nur in dem unbedingt notwendigen Umfang für Bebauung jeglicher Art in Anspruch zu nehmen. Vorrangig sind vorhandene Baulücken zu schließen und Ortsrandlagen abzurunden.

Waldränder sind in einem Abstand von mindestens 100 Metern grundsätzlich von Bebauung freizuhalten (siehe D 3.3.02/05).

Raumstrukturell eigenständige Siedlungsbereiche sind durch angemessene Freiräume im Rahmen der Bauleitplanung zu sichern. Siedlungsränder sind landschaftsgerecht zu gestalten. Es sind sanfte Übergänge zwischen Siedlungsbereichen und freier Landschaft durch eingegliederte und vernetzte Grünzüge zu schaffen.

C 1.5.03 (LROP)

In Ordnungsräumen ist die Siedlungsentwicklung vorrangig auf die zentralörtlichen Standorte und dabei - soweit möglich - auf die Einzugsbereiche der Haltepunkte des schienengebundenen ÖPNV auszurichten.

D 1.5.03

Die Ausweisung von Siedlungsflächen ist vorrangig auf die zentralen Standorte zu konzentrieren. Dabei haben die Mittelzentren die Schwerpunktaufgaben der Sicherung und Entwicklung von Wohn- und Arbeitsstätten (vgl. LROP Nds., Teil I, B 6.07).

Darüber hinaus sind als Standorte mit der Schwerpunktaufgabe für die Sicherung und Entwicklung von Arbeitsstätten aufgrund ihrer regionalen Sondersituationen festgelegt

  • in der Stadt Obernkirchen:

    • der OT Obernkirchen,

  • in der Samtgemeinde Rodenberg:

    • der OT Lauenau.

Im Rahmen der Dezentralen Konzentration können Grundzentren und auch Gemeinden bzw. Gemeindeteile ohne zentralörtliche Funktion unter der Vorraussetzung einer ausreichenden vorhandenen infrastrukturellen Grundausstattung und der Lage im Einzugsbereich des regional bedeutsamen Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) über den Eigenbedarf hinausgehende Baulandausweisungen vornehmen.

In den übrigen Gemeinden bzw. Gemeindeteilen ist eine angemessene Eigenentwicklung möglich, die sich an dem Bedarf der ortsansässigen Bevölkerung zu orientieren hat.

C 1.5.04 (LROP)

Einem dringenden Wohnbedarf der Bevölkerung soll besonders Rechnung getragen werden. Bei der Ausweisung von Gebieten, in denen viele Arbeitsplätze geschaffen werden sollen, ist der Wohnbedarf der dort voraussichtlich arbeitenden Bevölkerung zu beachten; dabei ist auf eine funktional sinnvolle Zuordnung dieser Gebiete zu den Wohngebieten hinzuwirken.

C 1.5.05 (LROP)

Durch deutliche Steigerungen bei den Wohnungsfertigstellungen ist der FehIbestand an Wohnungen abzubauen. Mit Wohnbauprogrammen ist vor allem der Neubau von Sozialwohnungen zu fördern.

C 1.5.06 (LROP)

Vor der Ausweisung neuer gewerblicher Bauflächen sollen verfügbare Altgewerbe- und Altindustriegebiete vorrangig in Anspruch genommen werden.

C 1.5.07 (LROP)

Den unterschiedlichen Erfordernissen der räumlichen Struktur des Landes und seiner Teilräume entsprechend, sind in den Regionalen Raumordnungsprogrammen festzulegen:

  • Standorte mit der besonderen Entwicklungsaufgabe Erholung innerhalb von Gemeinden, wenn die natürliche Eignung der umgebenden Landschaft für Erholung und Freizeit, die Umweltqualität, die Ausstattung mit Erholungsinfrastruktur sowie das kulturelle Angebot vorhanden und zu sichern sowie weiterzuentwickeln sind.

  • Erholungsstandorte mit der besonderen Entwicklungsaufgabe Fremdenverkehr innerhalb von Gemeinden mit herausragender Fremdenverkehrsbedeutung, wenn Einrichtungen des Fremdenverkehrs besonders gesichert, räumlich konzentriert und entwickelt werden sollen. An diesen Standorten sollen andere Nutzungen frühzeitig mit dem Fremdenverkehr so in Einklang gebracht werden, daß sie langfristig die Sicherung und Entwicklung des Fremdenverkehrs unterstützen.

  • Vorranggebiete für Siedlungsentwicklung, soweit sich diese auf innerhalb von Ordnungsräumen gelegene zentralörtliche und/oder schienenerschlossene Siedlungsbereiche oder auf Mittelzentren der Ländlichen Räume beziehen.

  • Vorranggebiete für Freiraumfunktionen in und zwischen dicht besiedelten und stark beanspruchten Gebieten von Ordnungsräumen.

  • Standorte mit der besonderen Entwicklungsaufgabe Ländliche Siedlung innerhalb von Ordnungsräumen, wenn diese überwiegend landwirtschaftlich geprägt und vorrangig als ländliche Wohn-, Betriebs- und Produktionsstandorte gesichert werden sollen.

D 1.5.07

Als Standorte mit der besonderen Entwicklungsaufgabe Erholung werden folgende Gemeindeteile festgelegt

  • in der Stadt Obernkirchen:

    • OT Krainhagen,
    • OT Obernkirchen,

  • in der Stadt Rinteln:

    • OT Schaumburg,
    • OT Todenmann,

  • in der Gemeinde Auetal:

    • OT Rehren,
    • OT Rolfshagen,

  • in der Samtgemeinde Niedernwöhren:

    • Flecken Wiedensahl,

  • in der Samtgemeinde Rodenberg:

    • OT Apelern,
    • OT Lauenau,
    • OT Reinsdorf.

Wo mehrere Ortsteile innerhalb einer Gemeinde ausgewiesen sind, haben sich diese bei der Erfüllung der Funktion als Standorte mit der besonderen Entwicklungsaufgabe Erholung - den jeweiligen Ausgangsbedingungen entsprechend - gegenseitig zu ergänzen.

Als Standorte mit der besonderen Entwicklungsaufgabe Fremdenverkehr werden folgende Gemeindeteile festgelegt:

  • in der Stadt Bückeburg:

    • OT Bückeburg

  • in der Stadt Rinteln:

    • OT Rinteln,

  • in der Stadt Stadthagen:

    • OT Stadthagen,

  • in der Samtgemeinde Eilsen:

    • Bad Eilsen,

  • in der Samtgemeinde Nenndorf:

    • OT Bad Nenndorf,

  • in der Samtgemeinde Sachsenhagen:

    • OT Hagenburg.

Als Standorte mit der besonderen Entwicklungsaufgabe Ländliche Siedlung innerhalb des Ordnungsraumes zur Sicherung einer den dörflichen Strukturen angepassten Entwicklung werden folgende Gemeindeteile festgelegt:

  • in der Stadt Stadthagen:

    • Hobbensen,
    • Krebshagen,

  • in der Samtgemeinde Nenndorf:

    • Hohnhorst (ohne Scheller),
    • Horsten,
    • Ohndorf,
    • Rehren,

  • in der Samtgemeinde Rodenberg:

    • Groß Hegesdorf,
    • Kleinhegesdorf,
    • Lyhren,
    • Schmarrie,
    • Soldorf,

  • in der Samtgemeinde Sachsenhagen:

    • Auhagen,
    • Nienbrügge,
    • Wiedenbrügge.