D 1 - Entwicklung der räumlichen Struktur

D 1.7 - Naturräume

C 1.7.01 (LROP)

In den Naturräumen sind die typischen, naturbetonten Ökosysteme in einer solchen Größenordnung, Verteilung im Raum und Vernetzung zu sichern, daß darin die charakteristischen Pflanzen- und Tierarten und -gesellschaften in langfristig überlebensfähiger Population bestehen können und die Eigenart und volle natürliche Leistungskraft des Naturraumes gewahrt bleiben oder wiederhergestellt werden.

C 1.7.02 (LROP)

[Auszug]

In Naturräumen mit intensiver Fremdenverkehrsnutzung ist im Hinblick auf die begrenzte Belastbarkeit der Ökosysteme eine stärkere Berücksichtigung der Belange des Naturschutzes erforderlich; dieses gilt insbesondere für Teilbereiche der Räume

  • Weser- und Leinebergland
  • [...].

D 1.7.02

Belastungen der Natur durch Erholungs- und Freizeitnutzungen sollten durch besucherlenkende Maßnahmen minimiert werden. Für den Naturschutz wertvolle Bereiche sind zu schützen und entsprechend ihrer Belastbarkeit nur für ruhige Formen des Naturerlebens zu öffnen.

C 1.7.03 (LROP)

[Auszug]

Für die Naturräume gelten folgende Ziele:

C 1.7.03.6 Naturraum ,,Weser-Aller-Flachland“ (LROP)

Im westlichen Teil des Weser-Aller-Flachlandes sind vorrangig schützenswert

  • die Erlen- und Birkenbruchwälder
  • die Flüsse einschließlich ihrer Altwässer
  • die naturnahen Hochmoore einschließlich der regenerierenden Torfstichgebiete.

Im stärker kontinental geprägten, östlichen Teil dieses Naturraumes sind vorrangige Ziele der Schutz und die Entwicklung

  • der Erlen- und Birkenbruchwälder sowie der Feuchtwiesen, insbesondere im Bereich des Drömlings
  • der naturnahen großflächigen Wälder, u. a. der Eichen-Hainbuchenwälder mittlerer Standorte.

Das Steinhuder Meer ist als Feuchtgebiet internationaler Bedeutung und die Allerniederung von Ahlden bis Rethem sowie das Riddagshausen-Weddeler Teichgebiet sind als Feuchtgebiete nationaler Bedeutung benannt; diese Gebiete dürfen in ihrer Funktion für den Naturhaushalt und das Landschaftsbild nicht beeinträchtigt werden.

D 1.7.03.6 Naturraum „Weser-Aller-Flachland“

Im Naturraum Weser-Aller-Flachland mit seinen verschiedenen Landschaftseinheiten sind im Besonderen folgende Grundsätze zu berücksichtigen :

  • Erhalt und naturnahe Entwicklung der Fließgewässer und ihrer Niederungsbereiche,
  • Erhaltung und Entwicklung von naturnahen Stillgewässern (z.B. Wietser Teiche, Depenbachsteich),
  • Erhaltung und Entwicklung einer standortgerechten Grünlandnutzung in den Niederungsbereichen; insbesondere ist eine Erhöhung des Grünlandanteils in den Niederungsbereichen des Winzlarer Grenzgrabens und seiner Nebengewässer und in der Umgebung von Wiedensahl (Buhnwiesen, Rollbeeke-Niederung) anzustreben.
  • Schutz und Entwicklung der Grünlandgebiete des Meerbruchs sowie der Moorwiesen bei Hagenburg und Altenhagen als weitgehend offene Feuchtniederungen mit den daran gebundenen wildlebenden Tier- und Pflanzenarten unter besonderer Berücksichtigung der Vogelwelt; Förderung einer extensiven, naturschutzkonformen Landbewirtschaftung zur Gewährleistung der dauerhaften Offenhaltung der Niederung und der Sicherung des dort vorhandenen vielfältigen Mosaiks an Strukturelementen,
  • Erhaltung und Entwicklung der Waldbestände des Schaumburger Waldes. Grundsätzlich ist eine Bestockung mit heimischen, standortgemäßen Laubbäumen anzustreben. Vorrangig schützenswert sind die großflächig zusammenhängenden Bestände naturraumtypischer Wälder (z.B. südlich von Wiedensahl, zwischen Cammer und Rusbend, nördlich von Pollhagen); seltene Waldtypen und Sonderbiotope sind (z.B. Eichen-Buchenwälder auf feuchten, basenarmen Standorten) vor Zerstörung oder sonstiger erheblicher Beeinträchtigung zu schützen.
  • Sicherung und ggf. Pflege der relikthaften Bestände historischer Waldnutzungsformen (z.B. Schneitelbäume östlich von Cammer und bei Pollhagen im Schaumburger Wald),
  • Erhaltung der am Rand oder innerhalb der Wälder gelegenen Waldwiesen und Grünlandgebiete und Förderung einer extensiven Bewirtschaftung an diesen Standorten (vorrangig Gebiete im bzw. am Schaumburger Wald, z.B. bei Mittelbrink/Pollhagen, Spießingshol und Cammer),
  • Erhalt und Entwicklung dorftypischer Grünstrukturen (z.B. Obstgärten, Hofbäume, hofnahe Weideflächen) und strukturreicher Siedlungsränder, insbesondere der landschaftlich gut eingebundenen Ortsränder von Nordholz und Cammer.

C 1.7.03.7 Naturraum ,,Börden" (LROP)

Da dieser Naturraum wegen seiner intensiven landwirtschaftlichen Nutzung und der Besiedlungsdichte einen weit unterdurchschnittlichen Anteil an schutzwürdigen Flächen aufweist, sind neben einem Schutz der wertvollen Bereiche Maßnahmen zur Entwicklung typischer Ökosysteme notwendig; dies gilt im westlichen Teil des Naturraumes insbesondere für Auewälder im Bereich der Flußniederungen.

Vorrangig schützenswert sind im westlichen Teil des Naturraumes die großflächigen naturnahen Wälder und im östlichen, stärker kontinental geprägten Teil

  • die Halbtrockenrasen
  • die Eichenmischwälder
  • die kalkreichen Quellen und Quellsümpfe sowie die naturnahen Salzsümpfe.

Im Hinblick auf die besondere Leistungsfähigkeit des Bodens für die landwirtschaftliche Nutzung kommt der Erhaltung und Sicherung dieses natürlichen Standortvorteils eine herausgehobene Bedeutung zu.

D 1.7.03.7 Naturraum „Börden“

Im Naturraum Börden mit seinen verschiedenen Landschaftseinheiten sind im Besonderen folgende Grundsätze zu berücksichtigen:

  • Erhaltung und Entwicklung der vielgestaltigen Kulturlandschaft als Mosaik aus Acker- und Grünlandflächen, Gehölzen und Säumen; vorhandene strukturreiche Teilbereiche sind grundsätzlich zu erhalten. Die Feldflur ist mit zusätzlichen Strukturelementen (z.B. Hecken, Feldgehölzen, Säumen) für den Biotopverbund und zur Belebung des Landschaftsbildes anzureichern. Eine Erhöhung des Waldanteils ist anzustreben.
  • Erhalt und naturnahe Entwicklung der Fließgewässer und ihrer Niederungsbereiche,
  • Erhaltung und Entwicklung von naturnahen Stillgewässern,
  • Erhaltung und Entwicklung einer standortgerechten Grünlandnutzung in den Niederungsbereichen. Insbesondere ist eine Erhöhung des Grünlandanteils in der Bückeburger Niederung und Sachsenhäger Aueniederung, in den Niederungsbereichen des Winzlarer Grenzgrabens und seiner Nebengewässer, der Gehle, Riehe und Schlöpe sowie im engen Zusammenhang mit den Hagenhufendörfern entlang von Ziegenbach und Bornau, Holpe, Hülse und Vornhäger Bach anzustreben.
  • Sicherung des charakteristischen Landschaftsbildes des markanten Höhenzuges der Rehburger Berge (Wölpinghäuser Berg, Düdinghäuser Berg, Atge Berg und Wiedenbrügger Berg),
  • Erhaltung und Förderung des Anteils an Dauervegetation (Grünland, Brachflächen, Gehölze, Säume) in den ackerbaulich genutzten Hangbereichen der Rehburger Berge und Bückeberge,
  • Erhaltung und Entwicklung der Waldbestände von Haster Wald, Klosterforst (zwischen Sachsenhagen und Lindhorst) und Schier (südlich von Hagenburg) sowie der Waldbereiche am Wölpinghäuser und Düdinghäuser Berg. Grundsätzlich ist eine Bestockung mit heimischen, standortgemäßen Laubbäumen anzustreben. Die großflächig zusammenhängenden Bestände naturraumtypischer Wälder im Schier sind vorrangig schützenswert.
  • Erhaltung der am Rand oder innerhalb der Wälder gelegenen Waldwiesen und Grünlandgebiete und Förderung einer extensiven Bewirtschaftung an diesen Standorten (z.B. im Schier bei Hagenburg),
  • Sicherung und ggf. Pflege charakteristischer Wiesen- und Weidelandschaften mit Kopfweiden und Hudebäumen sowie Streuobstwiesen (z.B. der Obstwiesen an den Hangbereichen der Rehburger Berge),
  • Erhalt und Entwicklung typischer Siedlungsbiotope der Dörfer und Städte sowie strukturreicher Siedlungsränder.

C 1.7.03.9 Naturraum ,,Weser- und Leinebergland“ (LROP)

Im Weser- und Leinebergland sind die Sicherung und Entwicklung der naturraumtypischen Wälder vorrangiges Ziel. Weiterhin sind hier vorrangig schützenswert und entwicklungsbedürftig

  • Quellen und nährstoffarme Rieder und Sümpfe
  • Bäche und kleine Flüsse, insbesondere im Harzvorland mit ihren Schotterauen und auch Schwermetallrasen
  • Felsfluren, vor allem auf Kalk und Gips, und Kalk-Halbtrockenrasen.

Als naturräumliche Besonderheit von übernationaler Bedeutung sind die Gipskarstgebiete des südlichen und südwestlichen Harzvorlandes mit Erdfällen, Höhlen, Felsen und anderen besonderen geomorphologischen Formen sowie den dazugehörigen Wäldern, Felsrasen, Still- und Fließgewässern vorrangig schützenswert. Für den oberirdischen Gipsabbau sollen deshalb über die in der Zeichnerischen Darstellung festgelegten Vorranggebiete hinaus keine neuen Flächen als Vorranggebiete für Rohstoffgewinnung festgelegt werden.

D 1.7.03.9 Naturraum „Weser- und Leinebergland"

Im Naturraum Weser- und Leinebergland mit seinen verschiedenen Landschaftseinheiten sind im Besonderen folgende Grundsätze zu berücksichtigen :

  • Schutz des charakteristischen Landschaftsbildes einer bewegten, von Tälern durchzogenen Mittelgebirgslandschaft,
  • in den überwiegend nicht bewaldeten Landschaftseinheiten Erhaltung und Entwicklung der reichstrukturierten Kulturlandschaft als Mosaik aus Ackerflächen, Gehölzen, Grünland und Säumen (z.B. im Bückeburger Auetal und Rodenberger Auetal sowie in den oberen Hanglagen des Wesergebirges bei Schaumburg, Deckbergen, Steinbergen, Todenmann, Krankenhagen und bei Hohenrode). Die Feldflur ist mit zusätzlichen Strukturelementen (z.B. Hecken, Feldgehölzen, Säumen) für den Biotopverbund und zur Belebung des Landschaftsbildes anzureichern. Dieses gilt im Besonderen auch für die Weseraue hinsichtlich der Entwicklung auentypischer Strukturen.
  • Erhalt und naturnahe Entwicklung der Fließgewässer und ihrer Niederungsbereiche,
  • Schutz und Entwicklung der Retentionsfunktion der Weserniederung,
  • Entwicklung auentypischer Biotopkomplexe in den ehemaligen Bodenabbaubereichen der Weseraue,
  • Erhaltung und Entwicklung von naturnahen Stillgewässern, insbesondere der Hofwiesenteiche als Gebiet mit herausragender Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz (v.a. für die Avifauna),
  • Erhaltung der Biotope feuchter Standorte (Sümpfe, Quellbereiche usw.), wie sie insbesondere im Wennenkamper Bruch und südlich von Goldbeck vorkommen,
  • Erhaltung und Entwicklung einer standortgerechten Grünlandnutzung in den Niederungsbereichen; insbesondere ist eine Erhöhung des Grünlandanteils in den Niederungsbereichen der Bückeburger Aue und Rodenberger Aue einschließlich der Nebengewässer sowie in der Weseraue anzustreben,
  • Erhaltung und Entwicklung des artenreichen mesophilen Grünlandes magerer Standorte und der punktuell vorhandenen Magerrasen (z.B. im Süntelvorland, Lipper Bergland, Bückeburger Auetal und im Bereich der Kameshügel bei Möllenbeck/Krankenhagen),
  • Erhaltung und Förderung des Anteils an Dauervegetation in den ackerbaulich genutzten Hangbereichen,
  • Erhaltung und Entwicklung der Waldbestände der Bückeberge und von Harrl, Deister, Lipper Bergland, Wesergebirge und Süntel; grundsätzlich ist eine Bestockung mit heimischen, standortgemäßen Laubbäumen anzustreben. Vorrangig schützenswert sind die großflächig zusammenhängenden Bestände naturraumtypischer Wälder (z.B. Südosthang der Bückeberge bei Reinsdorf, im Deister nördlich des Waltershagener Baches, um Wennenkamp und Friedrichswald, Hoher Kamp im Süntel). Seltene Waldtypen und Sonderbiotope sind vor Zerstörung oder sonstiger erheblicher Beeinträchtigung zu schützen. Hierzu gehören insbesondere eine Vielzahl von Quellen bzw. Bachläufen mit angrenzenden, häufig kleinflächigen Beständen von Wäldern feuchter Standorte, Wälder trockenwarmer Standorte auf flachgründigen Hangstandorten (z.B. Taubenberg nördlich von Wennenkamp), die Vergesellschaftungen von Buchenwäldern mit Felskomplexen in den Kammlagen und am Südhang des Wesergebirges sowie der für das Kreisgebiet einzigartige Schluchtwald unterhalb der Paschenburg. Die Neugründung standortgemäßer Auwälder ist insbesondere in der Weseraue anzustreben.
  • Erhalt der naturnahen, z.T. quelligen Waldbereiche im Bückeburger Auetal und Rodenberger Auetal (z.B. zwischen Rehren und Südhagen sowie im „Schneetal“, am Haarberg und südlich von Buchholz, Pohler Holz, Südholz, am Kleinen Riesen, bei Gut Wormsthal), an den Hängen des Wesertales (Terrassenkante bei Steinbergen, Grafensteinerhöh, Dankersener Wäldchen) sowie des Bückeburger Forstes im Übergangsbereich zur naturräumlichen Region Weser-Aller-Flachland,
  • Erhaltung und Förderung der Bestände seltener und gefährdeter Ackerwildkräuter vor allem im Süntelvorland und an den Hängen der Bückeberge,
  • Sicherung und ggf. Pflege der Obstwiesen- und -weiden (z.B. an der Domäne Koverden und an der Exter zwischen Krankenhagen und Exten), der relikthaften Bestände historischer Waldnutzungsformen (z.B. Hudewald und Schneitelbäume im Süntelvorland, Niederwaldrelikte am Heutzeberg im Wesergebirge) und der Heckenstrukturen im Lipper Bergland und Süntelvorland,
  • Schutz der Kameshügellandschaft bei Möllenbeck und Krankenhagen vor Beeinträchtigungen,
  • Schutz der punktuell vorhandenen Felsstandorte im Kammbereich des Wesergebirges und an den Steilhängen im Lippischen Bergland,
  • Erhalt und Entwicklung typischer Siedlungsbiotope der Dörfer und Städte sowie strukturreicher Siedlungsränder.