D2 - Schutz, Pflege und Entwicklung der natürlichen Lebensgrundlagen, der Kulturlandschaften und der kulturellen Sachgüter

D 2.3 - Gewässerschutz

C 2.3.01 (LROP)

Zur Erhaltung ihrer ökologischen Funktionen sind ober- und unterirdische Gewässer insbesondere als Lebensgrundlage für den Menschen und als Lebensraum für Pflanzen und Tiere, als klimatischer Ausgleichsfaktor und als prägender Landschaftsbestandteil nachhaltig zu schützen.

C 2.3.02 (LROP)

Der Eintrag von Fremd- und Schadstoffen in die Gewässer ist zu vermeiden oder so weit wie möglich zu verringern.

D 2.3.02

Der Eintrag von Schad- und Nährstoffen in die Gewässer soll vermieden oder soweit wie möglich verringert werden, insbesondere durch den Ausbau leistungsfähiger Abwasserbehandlungssysteme, die Überwachung und erforderlichenfalls Sanierung ehemaliger Mülldeponien und anderer Altlasten sowie durch eine gewässerschonende Bewirtschaftung aller landwirtschaftlichen Flächen.

C 2.3.03 (LROP)

Die weitgehend natürlichen oder naturnahen Gewässer sind so zu schützen, daß ihre Gewässergüte sich nicht verschlechtert. In den übrigen Gewässern ist die Gewässergüte so zu verbessern, daß eine Annäherung an die ursprünglich vorhandenen Gegebenheiten, wie sie vor nachhaltiger menschlicher Beeinflussung herrschten, stattfindet. Das entspricht überwiegend der Gewässergüteklasse II (gering belastet).

D 2.3.03

Die Gewässer sind vor weiteren Beeinträchtigungen zu schützen. Ihre naturraumtypische Gewässergüte ist zu erhalten bzw. wiederherzustellen.

Alle Gewässer im Planungsraum sollen mindestens die Gewässergüteklasse II (mäßig belastet) erhalten oder wiedererlangen. Gewässer, die Badezwecken dienen bzw. dafür vorgesehen sind, sollen die Güteklassen I bis II (gering belastet) bewahren oder wiedererlangen. Auf der Grundlage regelmäßiger Gewässergüteberichte und -kartierungen sind für alle stärker belasteten Gewässer Vorkehrungen und Maßnahmen zu treffen, die zur Wiederherstellung der genannten Gewässergüteklassen führen.

C 2.3.04 (LROP)

Die biologischen, speziell die ökologischen Funktionen der Gewässer mit ihren Wechselbeziehungen zum terrestrischen Bereich der Aue sind wiederherzustellen. Dazu sind als Pufferzone gegen die angrenzenden Nutzungen und als gewässerabhängiger Lebensraum nichtbewirtschaftete Gewässerrandstreifen mit standortgerechtem Bewuchs anzulegen; vorhandene naturnahe Gewässerrandstreifen sind zu erhalten.

Natürliche Rückstau- und Überschwemmungsbereiche sind zu erhalten oder wiederherzustellen und zu entwickeln. Auf eine Rücknahme der Ackernutzung in diesen Bereichen ist hinzuwirken.
 
Bei der Gewässerunterhaltung wie auch bei der Nutzung der Gewässer durch den Wassersport sind die Belange des Umwelt- und Naturschutzes zu berücksichtigen.

D 2.3.04

Das natürliche Fließgewässersystem des Landkreises ist in weitgehend naturnahem Zustand zu erhalten oder wiederherzustellen.

Für alle Gewässer, vornehmlich für die Gewässer gemäß Niedersächsischem Fließgewässerschutzsystem, sind als Pufferzonen beidseitig naturnahe Randstreifen vorzusehen. Der Ankauf von Gewässerrandstreifen ist zu fördern.

Gewässerufer sind grundsätzlich in einem ausreichenden Abstand von Bebauung freizuhalten.

Die Wiederherstellung einer naturnahen Gewässerstruktur soll durch wasserwirtschaftliche Rückbaumaßnahmen soweit wie möglich unterstützt werden. Die ökologische Durchgängigkeit der Fließgewässer für wandernde Tierarten ist zu erhalten oder wiederherzustellen. Zusätzliche Querverbauungen in den Gewässern sind zu vermeiden.

Die natürlichen Überschwemmungsbereiche sind als Retentionsräume zu erhalten oder ggf. wiederherzustellen, insbesondere durch die Entwicklung von abflussverzögernden und erosionsmindernden Vegetationsstrukturen wie Grünland, Hecken, Gebüschen oder Wald. Auf eine Extensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung und vor allem eine Rücknahme der Ackernutzung zugunsten einer Grünlandbewirtschaftung in diesen Bereichen ist hinzuwirken.
Die Gewässerunterhaltung hat unter Berücksichtigung der Belange des Naturschutzes und der Landespflege sowie der Landwirtschaft so zu erfolgen, dass die wasserableitende Funktion dauerhaft gewährleistet wird. Die Umsetzung der Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege in den natürlichen Überschwemmungsgebieten soll im Einklang mit den wasserwirtschaftlichen Belangen erfolgen.

Die geeigneten Gewässer des Landkreises sind für die Wassersportnutzung unter Beachtung der Belange des Natur- und Landschaftsschutzes und der Wasserwirtschaft zu entwickeln (siehe auch D 3.8.09).

C 2.3.05 (LROP)

Die niedersächsischen Flachseen bedürfen eines besonderen Schutzes gegen den Eintrag von Nährstoffen. Dazu sind in ihrem Einzugsgebiet die Nährstoffeinträge aus landwirtschaftlicher Tätigkeit und Abwasseranlagen drastisch zu reduzieren.

Kultivierte oder entwässerte Hochmoore sollen soweit wie möglich vernäßt werden.

C 2.3.06 (LROP)

Im Hinblick auf die besondere Schutzwürdigkeit der Nordsee und des Wattenmeeres sind insbesondere die Einträge von Nährstoffen und Schadstoffen auf direktem Wege, über die Flüsse und die Luft erheblich zu verringern. Belastetes Baggergut ist schadlos abzulagern.

Das Wattenmeer ist in seiner ökologischen Funktion und seiner Ausdehnung zu erhalten.

D 2.3.06

Bei allen Maßnahmen, die Fließgewässer im Landkreis Schaumburg betreffen, soll das zusammenhängende System der Gewässer berücksichtigt werden, weil auch Schadstoffe, die in die hiesigen Fließgewässer gelangen, zur Verschmutzung des Wattenmeers und der Nordsee beitragen.

C 2.3.07 (LROP)

Die Versalzung (der) [...] Weser ist unverzüglich zu verringern und so bald wir möglich zu beheben; vordringlich sind Belastungsspitzen abzubauen.

C 2.3.08 (LROP)

Das Grundwasser ist unabhängig von der Nutzung flächendeckend vor nachteiliger Veränderung der Beschaffenheit zu schützen; die Grundwasserneubildung ist zu fördern.

D 2.3.08

Das Grundwasser ist als eine natürliche Lebensgrundlage des Menschen sowie der Pflanzen- und Tierwelt flächendeckend vor nachteiligen Veränderungen zu schützen. Es ist möglichst in seiner natürlichen Beschaffenheit zu erhalten. (Siehe auch D 3.9.1.07.)

Zur Förderung der Grundwasserbildung sollen insbesondere die Gewässerauen in ihrer Funktion als natürliches Hochwasserrückhaltegebiet bewahrt bzw. dieser Funktion wieder zugeführt werden. Flächenversiegelungen sollen auf das unbedingt notwendige Maß reduziert, Entsiegelungen angestrebt und Regenwasser möglichst vor Ort versickert werden (siehe D 2.2.05 und D 3.9.3.04).

C 2.3.09 (LROP)

Flächenhafte Belastungen des Grundwassers infolge einer intensiven Landwirtschaft sind durch standortgerechte landwirtschaftliche Nutzung bei pflanzenbedarfsgerechter Düngung zu reduzieren. Insbesondere sind die Belastungen des Grundwassers infolge Ammoniakemissionen aus der Güllelagerung und der Gülleausbringung zu vermeiden.

C 2.3.10 (LROP)

Punktförmige Grundwasserschadensfälle sind zu erfassen, zu bewerten und nach Möglichkeit zu sanieren.