D2 - Schutz, Pflege und Entwicklung der natürlichen Lebensgrundlagen, der Kulturlandschaften und der kulturellen Sachgüter

D 2.4 - Luftreinhaltung, Lärm- und Strahlenschutz

C 2.4.01 (LROP)

Menschen, Tiere und Pflanzen, Boden, Wasser, die Landschaft sowie Kultur- und sonstige Sachgüter und die Atmosphäre sind vor schädlichen Luftverunreinigungen zu schützen. Dem Entstehen von Luftverunreinigungen ist entgegenzuwirken. Vorhandene Luftverunreinigungen sind abzubauen.

D 2.4.01

Um Ansatzpunkte für Maßnahmen zum Abbau von Luftverunreinigungen in der Region aufzeigen zu können, ist das Emissionskataster für den Landkreis Schaumburg regelmäßig zu aktualisieren.

C 2.4.02 (LROP)

Zur Verminderung von Luftverunreinigungen sind

  • vorrangig emissionsfreie oder emissionsarme Verkehrsmittel - insbesondere in Ordnungsräumen - einzusetzen
  • schadstofffreie oder schadstoffarme Energieträger zu verwenden
  • Wohngebiete größeren Umfanges verstärkt an Fernheizanlagen anzuschließen.

D 2.4.02

Eine Verminderung von Luftverunreinigungen soll erreicht werden durch

  • die Verbesserung der Attraktivität des Öffentlichen Personennahverkehrs und der Radwegenetze zur Verlagerung des motorisierten Individualverkehrs auf umweltfreundliche Verkehrsträger und -systeme,
  • die Ausschöpfung aller Energieeinsparpotenziale,
  • den verstärkten Einsatz umweltfreundlicher und regenerativer Energiequellenträger zur Reduzierung des Verbrauchs fossiler Energieträger.

C 2.4.03 (LROP)

Nachteile oder Belästigungen für die Bevölkerung durch Luftverunreinigungen sind auch durch räumliche Ordnung der Siedlungsstruktur zu vermeiden.

D 2.4.03

Um Nachteile oder Belästigungen für die Bevölkerung zu vermeiden, sind schädliche Luftverunreinigungen vorrangig bereits am Entstehungsort zu verhindern.

Wenn eine Vermeidung der Emissionen nicht möglich ist, sind zwischen Emittenten und Wohnbebauung sowie anderen immissionsempfindlichen Einrichtungen ausreichende Abstände einzuhalten bzw. geeignete Schutzmaßnahmen zu treffen. Dies gilt auch für Geruchsemissionen.

C 2.4.04 (LROP)

Die Schadstoffbelastung der Luft ist in besonders belasteten Regionen laufend zu überwachen. Die Ergebnisse gebietsbezogener Immissionsuntersuchungen von Luftverunreinigungen sind bei raumbedeutsamen Planungen zu berücksichtigen.

D 2.4.04

Bei Planungen und Begutachtungen von Maßnahmen mit starken Emissionen sind die Messwerte aus dem Immissionsmessnetz für den Raum Rinteln - die kontinuierlich beim Niedersächsischen Landesamt für Ökologie weiterverarbeitet und zum jederzeitigen Abruf gespeichert werden - verstärkt zu nutzen.

C 2.4.05 (LROP)

Die Bevölkerung ist vor schädlichem Lärm zu schützen. Einem weiteren Anwachsen der Lärmbelästigung ist entgegenzuwirken, bestehende Lärmbelastungen sind zu vermindern. Hierzu sind Lärmminderungspläne von den Gemeinden - soweit erforderlich - aufzustellen und bei den weiteren Planungen zu berücksichtigen.

D 2.4.05

Um einen vorbeugenden Schallschutz zu gewährleisten, sollen in Städten und Gemeinden des Landkreises Schaumburg Schallimmissionspläne aufgestellt werden, in denen der Lärm städtebauliche Auswirkungen haben kann. Auf der Grundlage von Schallimmissionsplänen sind Lärmminderungspläne zu entwickeln, die bei weiteren Planungen zu berücksichtigen sind.

C 2.4.06 (LROP)

Die Lärmminderung an der Lärmquelle (aktiver Lärmschutz) hat grundsätzlich Vorrang vor anderen Lärmschutzmaßnahmen (passiver Lärmschutz). Reichen Lärmschutzmaßnahmen nicht aus, sind Lärmquellen, soweit möglich, zu bündeln und die Belastungen auf möglichst wenige Bereiche zu reduzieren. Zwischen Lärmquellen und lärmempfindlicher Nutzung sind ausreichende Abstände einzuhalten. In den Siedlungszentren, insbesondere in Ordnungsräumen, sind Zonen geringer Lärmbelastung anzustreben.

C 2.4.07 (LROP)

Verkehrswege und andere lärmerzeugende Anlagen sind so zu planen, daß davon ausgehende Lärmbelastungen, insbesondere der Wohnbereiche und der Bereiche mit besonderer Erholungsfunktion, weitgehend vermieden werden. Wo im Bereich vorhandener Anlagen die Anforderungen an gesunde Wohnverhältnisse durch lärmmindernde Maßnahmen nicht gewahrt werden können, ist der Bau neuer Wohnungen oder anderer lärmempfindlicher Einrichtungen zu verhindern.

C 2.4.08 (LROP)

Vorhandene Belastungen der Bevölkerung durch Verkehrslärm sollen durch technische Maßnahmen an Fahrzeugen bzw. Fluggeräten und durch verkehrslenkende bzw. verkehrsbeschränkende Maßnahmen gesenkt werden. An stark lärmbelasteten Verkehrswegen sind Maßnahmen zur Lärmsanierung anzustreben.

D 2.4.06 bis D 2.4.08

Bei städtebaulichen Planungen sollen die Lärm-Orientierungswerte der DIN 18005 „Schallschutz im Städtebau“ eingehalten werden. Vor allem in Wohn- und Erholungsgebieten sowie im Umfeld schutzbedürftiger Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Spielplätzen, Krankenhäusern, Altenheimen und Altenpflegeeinrichtungen sollen bestehende Beeinträchtigungen und Belästigungen durch Lärm vermindert und neue vermieden werden. Insbesondere in Wohngebieten ist auf eine geringere Lärmbelastung durch die Vermeidung von Verkehr, Verkehrsberuhigungen, aktive Lärmschutzmaßnahmen bei anderen Emittenten und durch eine vorsorgende Bauleitplanung hinzuwirken.

Es sind ausreichende Abstände zu Lärmquellen einzuhalten bzw. ausreichender Lärmschutz durch andere geeignete Maßnahmen sicherzustellen. Die störungsmindernde Anordnung von lärmemittierenden zu lärmsensiblen Anlagen ist auch anzustreben, wenn gegenwärtig noch vertretbare Schwellenwerte unterschritten werden. Von einem Heranwachsen der Wohnbebauung an stark belastete Verkehrswege ist nach Möglichkeit abzusehen.

Vermeidbare Lärmbelästigungen durch lärmintensiven Freizeitsport sind in Hörweite von Wohn- und Erholungsgebieten auf ein vertretbares Maß zu beschränken.

C 2.4.09 (LROP)

Zur wirksamen Abstimmung der Siedlungsentwicklung mit den Belangen lärmerzeugender Nutzungen, darunter insbesondere der Verteidigung, sowie zur Lenkung der Bauleitplanung sind in den Regionalen Raumordnungsprogrammen Lärmbereiche und Siedlungsbeschränkungsbereiche festzulegen. Lärmbereiche umfassen die Gebiete mit störenden Wirkungen vorhandener Lärmemissionen. Siedlungsbeschränkungsbereiche umfassen diejenigen Gebiete, in denen eine weitere Wohnbebauung auszuschließen ist.

Lärmbereiche oder Siedlungsbeschränkungsbereiche sind insbesondere festzulegen

  • an stark lärmbelasteten Straßen und Schienenwegen
  • unbeschadet der Anforderungen nach dem Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm für Verkehrs- und Sonderflughäfen sowie Militärflugplätze mit Strahlflugzeugbetrieb und, sofern notwendig, auch für Landeplätze für den Bedarfsluftverkehr sowie Militärflugplätze ohne Strahlflugzeugbetrieb
  •  um lärmemittierende militärische Anlagen, wenn deren dauerhafte Nutzung erhalten bleibt.

Von der Festlegung als Siedlungsbeschränkungsbereich können gewachsene Siedlungsbereiche ausgenommen werden, wenn die weitere bauliche Entwicklung innerhalb der Gemeinde nur dort möglich ist.

D 2.4.09

In einer Fortschreibung des RROP ist die Festlegung der Lärmbereiche vorzunehmen.

C 2.4.10 (LROP) und C 2.4.11 (LROP) gelten nicht für den Landkreis Schaumburg

C 2.4.12 (LROP)

Bevölkerung und Umwelt sind vor schädigenden Einwirkungen ionisierender Strahlen zu schützen.

C 2.4.13 (LROP)

Zum Schutz vor nichtionisierenden Strahlen sind Standorte für leistungsstarke Sendeanlagen und hochenergetische Freileitungen so zu planen, daß die Belastung von Menschen durch elektromagnetische Felder möglichst gering gehalten wird.

D 2.4.13

Vorhandene leistungsstarke Sendeanlagen und hochenergetische Freileitungen sind bei Ausweisung neuer Wohngebiete frühzeitig zu berücksichtigen, um eine mögliche Beeinträchtigung der Bevölkerung durch elektromagnetische Felder weitestgehend auszuschließen. Bei Errichtung solcher emittierender Anlagen sind die Auswirkungen auf die Umweltgüter einschließlich des Menschen bei der Planung und Genehmigung zu berücksichtigen.