D 3 - Nutzung und Entwicklung natürlicher und raumstruktureller Standortvoraussetzungen

D 3.4 - Rohstoffgewinnung

C 3.4.01 (LROP)

Oberflächennahe und tiefliegende Rohstoffvorkommen sind entsprechend ihrer aktuellen und künftigen Bedeutung als Produktionsfaktor der Wirtschaft und als Lebens- und wirtschaftliche Produktionsgrundlage nachwachsender Generationen zu erforschen. Ihre bedarfsgerechte Erschließung und umweltgerechte Nutzung sind zu sichern.


 C 3.4.02 (LROP)

Auf eine umweltverträgliche und effiziente Ausnutzung der Rohstoffvorkommen sowie auf eine Verringerung des Bedarfs an natürlichen mineralischen Rohstoffen durch Substitution, Recycling und qualitätsgerechte Verwendung ist hinzuwirken.

Der Torfabbau ist grundsätzlich auf Flächen zu beschränken, die für den Naturschutz auch langfristig keinen besonderen Wert haben. In ökologisch besonders sensiblen Bereichen ist auf eine vorzeitige Beendigung des Abbaus hinzuwirken.

D 3.4.02

Die als Vorsorgegebiet für Rohstoffgewinnung nördlich von Hagenburg festgelegte Torflagerstätte ist nur für balneologische Zwecke zu nutzen.

C 3.4.03 (LROP)

Großflächige Rohstoffgewinnungsgebiete von überregionaler volkswirtschaftlicher Bedeutung, die aus landesweiter Sicht für einen Abbau in Frage kommen, sind im Landes-Raumordnungsprogramm als Vorranggebiete für Rohstoffgewinnung festgelegt. In den Regionalen Raumordnungsprogrammen können, soweit erforderlich und auf Grund der Gegebenheiten vor Ort auch umsetzbar, nähere Festlegungen hinsichtlich einer zeitlich gestaffelten Inanspruchnahme der Lagerstätten getroffen werden. Die zeitliche Staffelung soll insbesondere die Belange des Naturschutzes berücksichtigen. In Teilen einiger regionaler Planungsräume im Land, die durch Rohstoffgewinnung erheblich belastet sind, kann die Festlegung von Vorranggebieten für Rohstoffgewinnung mit dem Ausschluß dieser Nutzung an anderer Stelle in diesen Teilräumen verbunden worden. Die Teilräume sind gemeindegrenzenscharf festzulegen.

Kleinflächige Lagerstätten (kleiner als 20 ha), die aus landesweiter Sicht herausragende Bedeutung für die Rohstoffgewinnung haben und in den Regionalen Raumordnungsprogrammen als Vorranggebiete festzulegen sind, sind in der Anlage  bestimmt. Sie sind in den Regionalen Raumordnungsprogrammen räumlich so zu konkretisieren und zu ergänzen, daß entgegenstehende Nutzungen zumindest zeitlich entflochten werden können und die Möglichkeit des Abbaus langfristig gesichert bleibt. Nachfolgenutzungen sind in den Regionalen Raumordnungsprogrammen zu bestimmen.

[ohne Anlage zu Ziffer C 3.4.03]

C 3.4.05 (LROP)

[Auszug]

Grundlage für die Festlegung von Vorsorgegebieten für die Rohstoffgewinnung in den Regionalen Raumordnungsprogrammen ist die Beikarte 4 [des LROP]. Die Vorsorgegebiete sind in einem Umfang räumlich festzulegen, der eine längerfristige regionale Bedarfsdeckung sichert und mit den Belangen des Natur-, Boden- und Wasserschutzes in Einklang gebracht werden kann.

 D 3.4.03/05

Für den Abbau oberflächennaher, wertvoller Rohstoffvorkommen sind in der Zeichnerischen Darstellung Vorranggebiete für Rohstoffgewinnung festgelegt (siehe auch D 3.4.08). Für die Vorranggebiete für Rohstoffgewinnung (Kies und Sand) im Bereich des Wesertales (Stadt Rinteln) ist eine zeitliche Abfolge der Inanspruchnahme festgelegt (Zeitstufen I und II). Diese Abfolge ist zu beachten (siehe auch D 3.4.08).

In der Zeichnerischen Darstellung sind ferner Vorsorgegebiete für Rohstoffgewinnung ausgewiesen. Diese Gebiete sollen für die längerfristige regionale Bedarfsdeckung gesichert werden. Sie sind daher vor Überbauung und anderen Maßnahmen, die die Abgrabungen der Lagerstätten auf Dauer verhindern, freizuhalten.

Das Vorranggebiet für Rohstoffgewinnung gemäß LROP Nds. zur Gewinnung von Naturwerkstein in den Bückebergen (Obernkirchener Sandstein) ist - nur auf Grund unzureichend geklärter möglicher Konflikte des Gesteinsabbau mit Belangen der Trinkwassergewinnung - in Teilbereichen in Abweichung zum LROP zu Vorsorgegebieten für Rohstoffgewinnung herabgestuft worden. Denn für diese Bereiche ist nicht nachgewiesen, dass ein Sandsteinabbau zu keinen erheblichen Beeinträchtigungen der Trinkwassergewinnung führt. Für die Feststellung, dass kein Zielkonflikt zwischen der Trinkwassergewinnung und dem Rohstoffabbau besteht, ist eine weitergehende gutachterliche Erkundung und Beurteilung unerlässlich.

C 3.4.04 (LROP)

gilt räumlich nicht für den Landkreis Schaumburg.

C 3.4.06 (LROP)

Bereiche für übertägige Anlagen zur Förderung, Aufbereitung und Lagerung tiefliegender Rohstoffe können in Regionalen Raumordnungsprogrammen als Vorrangstandorte gesichert werden.

C 3.4.07 (LROP)

Der Abbau von Lagerstätten soll grundsätzlich dort erfolgen, wo Nutzungskonkurrenzen am geringsten sind.

C 3.4.08 (LROP)

Auf einen planvollen, sparsamen und räumlich konzentrierten Abbau mit nachfolgender Wiedereingliederung der Abbaubereiche in die Landschaft mit dem Ziel der Renaturierung naturnaher Ökosysteme ist hinzuwirken, sofern nicht eine anderweitige Folgenutzung vordringlich ist.

D 3.4.08

Der Abbau von Kies und Sand sowie sonstiger oberflächennaher Rohstoffe ist vorrangig auf die in der Zeichnerischen Darstellung festgelegten Vorrang- und Vorsorgegebiete für Rohstoffgewinnung zu konzentrieren.
In Vorranggebieten für Rohstoffgewinnung sind als Folgenutzungen die in der Zeichnerischen Darstellung die Vorranggebiete überlagernden Vorsorgenutzungen anzustreben.

Im Rahmen der Rekultivierung ist grundsätzlich auf eine Wiedereingliederung der Abbaustätte in die sie umgebende Landschaft hinzuwirken. Dabei kommt der Folgenutzung Naturschutz eine besondere Bedeutung zu. Hierbei ist auch zu überprüfen, ob und in welchem Ausmaß die ehemaligen Abbauflächen als Wieder- bzw. Neuaufforstungsflächen dienen können. Ferner ist die Eignung für eine Nachnutzung als Erholungsgebiet zu prüfen (siehe auch D 3.8.09).

Die Inanspruchnahme von Flächen für die Rohstoffgewinnung und die anschließende Renaturierung bzw. Bereitstellung für eine Folgenutzung sollen in der Regel zügig und abschnittsweise fortlaufend erfolgen.