D 3 - Nutzung und Entwicklung natürlicher und raumstruktureller Standortvoraussetzungen

D 3.8 - Erholung, Freizeit, Sport

C 3.8.01 (LROP)

In den Siedlungsbereichen sind Freiflächen und Einrichtungen, die für die wohnungsnahe Erholungs- und Sportnutzung geeignet sind oder entwickelt werden können, grundsätzlich zu erhalten, vor Beeinträchtigungen zu schützen und, soweit erforderlich, zu verbessern. Dabei ist den unterschiedlichen Nutzungsansprüchen der Erholung als eher passiver, beschaulicher Freizeitgestaltung und des Sports als aktiver Freizeitgestaltung Rechnung zu tragen.

D 3.8.01

In den größeren Siedlungen, insbesondere den Mittelzentren, kommt im Rahmen der gemeindlichen Bauleitplanung der Erhaltung und Entwicklung eines Grün- und Freiflächensystems mit Bezügen in die freie Landschaft besondere Bedeutung zu. Die Grün- und Freiflächen sind für die Naherholung und naturgebundenen Sportnutzungen bedarfsgerecht zu gestalten, sofern nicht Belange des Naturschutzes entgegenstehen.

C 3.8.02 (LROP)

Siedlungsbezogene Erholungsflächen sind möglichst mit überörtlichen Erholungsgebieten zu vernetzen, durch in Grünzonen eingebundene Fuß- und Radwege zu erschließen und zu verbinden. Sie sind vom motorisierten Individualverkehr möglichst freizuhalten und an das Netz des öffentlichen Nahverkehrs anzubinden.

D 3.8.02

Erholungsgebiete sind möglichst untereinander sowie mit den siedlungsbezogenen Erholungsflächen durch ein attraktives Wander- und Radwegenetz zu erschließen und zu verbinden. Die in der Zeichnerischen Darstellung festgelegten regional bedeutsamen Rad- und Wanderwege sind in dieses Netz zu integrieren.

C 3.8.03 (LROP)

Im Umland von Siedlungsbereichen, insbesondere im Umland der Ober- und Mittelzentren, sind die natürlichen und infrastrukturellen Voraussetzungen für die Naherholung und naturgebundenen Sportarten so zu sichern und, soweit erforderlich, umweltverträglich so zu entwickeln, daß sie die Lebensbedingungen der Bevölkerung in den Regionen verbessern, die ökologischen Funktionen des Naturhaushalts und das Landschaftsbild nicht beeinträchtigen und den Erholungs- und Erlebniswert der Kulturlandschaft erhalten.

C 3.8.04 (LROP)

Die für Erholungsnutzungen geeigneten Räume sind als Vorranggebiete oder als Vorsorgegebiete für Erholung in den Regionalen Raumordnungsprogrammen festzulegen.

Als Vorranggebiete für ruhige Erholung in Natur und Landschaft kommen Gebiete und Bereiche besonderer landschaftlicher Eignung für die Erholung in Betracht, die einem ungestörten Erleben der Natur vorbehalten und zu sichern sind, soweit durch die Erholungsnutzung schutzwürdige Teile von Natur und Landschaft nicht beeinträchtigt werden. Als Vorranggebiete für Erholung mit starker Inanspruchnahme durch die Bevölkerung kommen Bereiche in Betracht, die für die Aufnahme einer größeren Zahl von Erholungssuchenden geeignet sind oder entsprechend entwickelt werden sollen. Sie sollen durch ÖPNV gut erreichbar sein.

Als Vorsorgegebiete für Erholung kommen Gebiete in Betracht, die auf Grund ihrer natürlichen Eignung und ihres landschaftlichen Wertes für verschiedene Erholungsaktivitäten der Naherholung und des Fremdenverkehrs von Bedeutung sind und als solche gesichert und weiterentwickelt werden sollen.

In den Vorsorgegebieten für Erholung hat sich die landschaftsgebundene Infrastruktur nach Art, Erscheinungsbild, Umfang und Nutzungsintensität den landschaftlichen Gegebenheiten anzupassen.
 
Vorsorgegebiete sind aus den in der Beikarte 5 zum Landes-Raumordnungsprogramm ausgewiesenen Erholungsräumen von landesweiter Bedeutung unter Berücksichtigung ihrer regionalen Bedeutung, ihrer naturräumlichen Empfindlichkeit und bestehender und geplanter Nutzungen zu entwickeln und ggf. um weitere geeignete Vorsorgegebiete für Erholung zu ergänzen. Nutzungskonflikte sind zu entflechten oder so zu regeln, daß die Erholungsnutzung dauerhaft und umweltverträglich gesichert wird. Dies gilt sinngemäß auch für die genannten Vorranggebiete.

D 3.8.04

In der Zeichnerischen Darstellung sind

  • Vorsorgegebiete für Erholung und
  • Vorranggebiete für ruhige Erholung in Natur und Landschaft

festgelegt.

Die Vorrang- und Vorsorgegebiete für Erholung sind in ihrer landschaftlichen Vielfalt, Eigenart und Schönheit zu sichern und weiterzuentwickeln. Besondere Bedeutung kommt hierbei dem Wald und den Gewässern als wertvollsten Bestandteilen der Erholungslandschaft zu. Die Erholungsinfrastruktur ist zu sichern und in den Vorranggebieten für ruhige Erholung in Natur und Landschaft und den Vorsorgegebieten für Erholung behutsam weiterzuentwickeln. Durch die Erholungsnutzung und Entwicklung der Erholungsinfrastruktur dürfen insbesondere schutzwürdige Teile von Natur und Landschaft wie auch die land- und forstwirtschaftliche Bodennutzung nicht beeinträchtigt werden.

C 3.8.05 (LROP)

Standorte, die sich für intensive Erholungsnutzung oder für bestimmte Sportarten besonders eignen, können, soweit erforderlich und umwelt- und sozialverträglich, für die in Frage kommenden und für bereits bestehende Erholungs- und Sportnutzungen gesichert und entwickelt werden. Sie können als regional bedeutsame Erholungsschwerpunkte und Freizeitanlagen oder als regional bedeutsame Anlagen für die Ausübung besonderer Sportarten im Regionalen Raumordnungsprogramm festgelegt werden.

Als regional bedeutsame Erholungsschwerpunkte kommen Standorte in Betracht, die geeignet sind, ein gebündeltes und vielfältiges Angebot an Nah- und Kurzzeiterholungseinrichtungen für die Allgemeinheit aufzunehmen, zu sichern oder zu entwickeln. Diese Schwerpunkte dürfen nicht in den Vorranggebieten für ruhige Erholung in Natur und Landschaft und in Vorranggebieten für Natur und Landschaft ausgewiesen werden.

Als regional bedeutsame Sportanlagen kommen Flächen oder Standorte in Betracht, die auf Grund ihrer Lage und Beschaffenheit für die Ausübung besonderer Sportarten geeignet sind, z.B. für Wasser-, Flug- oder Motorsport, und als solche gesichert und entwickelt werden sollen.

D 3.8.05

Als regional bedeutsame Erholungsschwerpunkte sind

  • das Erholungsgebiet „Doktorsee“ (Stadt Rinteln) und
  • der kulturelle Erlebnispark „Jahrtausendblick-Steinzeichen-Steinbergen“ (Stadt Rinteln und Gemeinde Buchholz)

festgelegt.

Regional bedeutsame Sportanlagen sind

  • das Segelfluggelände Bückeburg-Weinberg und der Verkehrslandeplatz Rinteln für den Flugsport,
  • die Sportboothäfen an der Weser im Bereich des Doktorsees (Stadt Rinteln) und am Mittellandkanal bei Pollhagen (Samtgemeinde Niedernwöhren) für den Wassersport,
  • die Golfplätze Obernkirchen und am Harrl (Samtgemeinde Eilsen) für den Golfsport.

Die festgelegten Standorte sind zu sichern und bei Bedarf weiterzuentwickeln.

C 3.8.06 (LROP)

In Gemeinden, in denen die Erholung besondere Bedeutung hat, können nach Maßgabe des Abschnittes C 1.5 Standorte mit der besonderen Entwicklungsaufgabe Erholung oder Fremdenverkehr in den Regionalen Raumordnungsprogrammen festgelegt werden.

C 3.8.07 (LROP)

Alle Planungen und Maßnahmen der Erholungs- und Sportnutzung sind nach Art, Umfang und Kombination von Erholungs- und Sportnutzung untereinander und mit den übrigen Belangen der Raumnutzung so abzustimmen, daß die von der Erholungs- und Sportnutzung ausgehenden Belastungen im Sinne der Umwelt- und Sozialverträglichkeit vermindert oder vermieden werden können.

C 3.8.08 (LROP)

Anlagen und Einrichtungen für Sport- und kulturelle Freizeitveranstaltungen mit regionaler und überregionaler Bedeutung sind möglichst vielseitig nutzbar zu machen und standörtlich so zu lokalisieren, zu gestalten und verkehrlich zu erschließen, daß Umweltbelastungen, insbesondere Lärmbelastungen, minimiert werden.

C 3.8.09 (LROP)

Gewässer und ihre Randbereiche, die sich für die Erholungs- und Wassersportnutzung eignen, sind zu sichern und den Belangen des Naturschutzes entsprechend und sozialverträglich zu entwickeln.

D 3.8.09

Alle Fließ- und Stillgewässer sowie deren Randbereiche sind geeignete Flächen für die Freizeitgestaltung und Erholung, soweit nicht vorrangige Belange insbesondere des Naturschutzes oder der Land- und Forstwirtschaft entgegenstehen. Randbereiche der Gewässer sollen nach Möglichkeit für die Allgemeinheit zugänglich sein. Für den Naturschutz besonders wertvolle Wasserflächen und die Ufervegetation dürfen durch Erholungs- und Wassersportnutzung nicht beeinträchtigt werden.

Die Erholungsfunktionen vom Doktorsee, Helenensee (Stadt Rinteln) sowie vom Gevattersee (Stadt Bückeburg) sind unter Berücksichtung der Belange des Natur- und Landschaftsschutzes zu sichern und zu entwickeln. Der für wassergebundene Erholungsformen besonders geeignete Bereich des Doktorsees (Stadt Rinteln) ist in der Zeichnerischen Darstellung als regional bedeutsamer Erholungsschwerpunkt festgelegt (siehe D 3.4.05).

Das Angebot für wassergebundene Erholungs- und Freizeitaktivitäten an der Weser und dem Mittellandkanal ist zu sichern und bei Bedarf umwelt- und sozialverträglich zu entwickeln.

Das Angebot an gewässerbezogenen Erholungsformen in der Region soll erweitert werden. Innerhalb von großflächigen Bodenabbaugebieten ist zu überprüfen, inwiefern als Folgenutzung Erholungslandschaften unter Einbeziehung der nach dem Abbau verbliebenen Gewässer für Wassersportarten entstehen können.

D 3.8.10

In der Zeichnerischen Darstellung sind regional bedeutsame Rad-, Reit- und Wanderwege festgelegt. Sie sind zu sichern, zu unterhalten, behutsam und umweltverträglich weiterzuentwickeln und in das touristische Marketing der Region einzubinden. Zur Attraktivitätssteigerung des regional und überregional bedeutsamen Radwandernetzes sind radwanderspezifische Infrastruktur- und Freizeitaktivitätskonzepte zu entwickeln.

Auf eine durchgehend einheitliche Kennzeichnung und Beschilderung der Wanderwege ist hinzuwirken.

Geplante überregionale Rad-, Reit- und Wanderwege sind im Einzelfall mit den benachbarten Regionen abzustimmen.