D 3 - Nutzung und Entwicklung natürlicher und raumstruktureller Standortvoraussetzungen

D 3.6 - Verkehr und Kommunikation

D 3.6.0 - Verkehr allgemein

C 3.6.0.01 (LROP)

Niedersachsen ist durch ein leistungsfähiges Verkehrsnetz an die großen deutschen und europäischen Wirtschaftsräume anzubinden.

Durch räumliche Planungen sollen die Raumfunktionen so zugeordnet werden, daß der Verkehrsbedarf minimiert wird. Eine Entkoppelung von Wirtschafts- und Verkehrswachstum ist anzustreben.

Bei der räumlichen Entwicklung der Regionen ist auf eine Begrenzung des Verkehrswachstums hinzuwirken. Die innerregionale Verkehrsentwicklung soll durch wohnortnahe Befriedigung der Alltagsbedürfnisse der Menschen auf Verkehrsmittel hingelenkt werden, die die Umwelt am wenigsten belasten. Die Siedlungsentwicklung ist darauf auszurichten, unnötige Verkehre zu vermeiden und damit den Wegeaufwand zu verringern.

D 3.6.0.01

Die Weiterentwicklung der einzelnen regionalen Verkehrssysteme soll die angestrebte zentralörtliche Raumstruktur des Landkreises Schaumburg sichern. Siedlungs- und Verkehrsplanung müssen eine Einheit bilden.

Bei künftigen Verkehrsplanungen sind die Bedürfnisse von Fußgängern und Radfahrern verstärkt zu berücksichtigen. Auf ein interkommunal abgestimmtes, bedarfsgerechtes Radwegenetz an klassifizierten Straßen, Wirtschafts- und Wanderwegen ist hinzuwirken. Dieses ist eng mit den Haltestellen des Öffentlichen Personennahverkehrs zu verknüpfen.

C 3.6.0.02 (LROP)

Bei der Verkehrsbedienung der einzelnen Teilräume des Landes ist eine sachgerechte und umweltschonende Aufgabenteilung und Verknüpfung der verschiedenen Verkehrssysteme anzustreben. Auf den Schienenverkehr und den ÖPNV ist besonderes Gewicht zu legen.

C 3.6.0.03 (LROP)

[Auszug]

Der insbesondere durch die Liberalisierung des westeuropäischen und die Öffnung des osteuropäischen Marktes weiterhin wachsende Güterverkehr ist in verstärktem Umfang auf Schiene und Wasserstraße zu verlagern, um einer Überlastung der Straßenverkehrsinfrastruktur und den damit verbundenen negativen Auswirkungen auf Natur und Umwelt zu begegnen.

Güterverkehrszentren sind als Schnittstellen zwischen Fern- und Nahverkehr sowie zwischen den einzelnen Verkehrsträgern zu sichern und zu entwickeln, um einen schnellen und reibungslosen Übergang von einem Verkehrsträger auf den anderen zu ermöglichen. Sie sind vordringlich in den Räumen mit hohem Güterverkehrsaufkommen zu schaffen. [...]

Die in der Zeichnerischen Darstellung [LROP] festgelegten Vorrangstandorte für Güterverkehrszentren sind in den Regionalen Raumordnungsprogrammen räumlich näher festzulegen und ggf. durch weitere regionale Güterverkehrszentren zu ergänzen. Dafür kommen auch aus regionaler Sicht bedeutsame Teilstandorte der in der Zeichnerischen Darstellung festgelegten Vorrangstandorte für Güterverkehrszentren in Frage.

D 3.6.0.03

Im Rahmen eines Gesamtverkehrskonzeptes für den Landkreis Schaumburg ist zu prüfen, ob die Region Standortvoraussetzungen für die Errichtung eines effektiven regionalen Güterverkehrszentrums (GVZ) bietet.

Die Standortsuche ist auf die Hauptziele

  • der Verlagerung des straßengebundenen Güterverkehrs auf die umweltfreundlicheren Verkehrsträger Schiene und Wasserstraße der Region (Kombinierter Verkehr) und
  • der langfristigen Sicherung und Verbesserung der Standortqualitäten und Wirtschaftskraft der Region auszurichten.

Geplante Umschlaganlagen des Kombinierten Ladungsverkehrs (KLV) der Deutschen Bahn AG sind vorrangig in die Standortwahl einzubeziehen.

Des Weiteren sind ggf. Verkehrs-, Logistik- und Dienstleistungsunternehmen im regionalen GVZ als Schnittstelle zwischen dem Fern- und Nahverkehr in das überregionale Netz der Güterverkehrszentren einzubinden.

C 3.6.0.04 (LROP)

gilt räumlich nicht für den Landkreis Schaumburg.

C 3.6.0.05 (LROP)

Die Zentralen Orte sind ihrer Funktion entsprechend an den regionalen bzw. überregionalen Verkehr anzubinden. Dazu ist ein leistungsfähiges, koordiniertes Verkehrsnetz zu erhalten und zu entwickeln. Grundlage hierfür sollen regionale Gesamtverkehrspläne sein.

C 3.6.0.06 (LROP)

Die Verkehrsinfrastruktur ist vorrangig in Ländlichen Räumen mit Strukturschwächen, insbesondere im Grenzbereich zu den neuen Bundesländern, zu verbessern. Dabei sollen umweltfreundliche Verkehrsträger Vorrang erhalten.

D 3.6.0.06

Die Erschließung der kleinen dispers im ländlichen Raum liegenden Siedlungen ist durch eine bedarfsgerechte Verkehrsinfrastruktur zu gewährleisten.

C 3.6.0.07 (LROP)

Das in der Zeichnerischen Darstellung generalisiert dargestellte überregionale Verkehrsnetz ist - unter Berücksichtigung der fachplanerischen Erfordernisse - in den Regionalen Raumordnungsprogrammen räumlich näher festzulegen und durch regional bedeutsame Verkehrswege zu ergänzen.

D 3.6.0.07

Das überregional und regional bedeutsame Verkehrsnetz ist in der Zeichnerischen Darstellung festgelegt.