D 3 - Nutzung und Entwicklung natürlicher und raumstruktureller Standortvoraussetzungen

D 3.6 - Verkehr und Kommunikation

D 3.6.3 - Straßenverkehr

C 3.6.3.01 (LROP)

Die überregionale Erschließung des Landes durch das vorhandene Netz der Hauptverkehrsstraßen und Autobahnen ist grundsätzlich ausreichend. Die Autobahnen haben insbesondere die Aufgabe, das nachgeordnete Straßennetz vom Fernverkehr zu entlasten.

Erforderlich sind qualitative Verbesserungen

  • zur Erhöhung der Verkehrssicherheit,
  • zur Verkehrsberuhigung in den Siedlungsbereichen durch den Bau von Ortsumgehungen,
  • zum Abbau von Verkehrsengpässen in Einzelfällen,
  • in den Ländlichen Räumen, insbesondere zur Sicherstellung der Verkehrsbedienung durch den straßengebundenen ÖPNV.

Die Lückenschlüsse im Zuge der Autobahnen A 31, A 33, A 39 (Braunschweig - A 2) sind fertigzustellen. Die vorhandenen Durchgangsautobahnen A 1, A 2 und A 7 sind in Teilabschnitten sechsstreifig auszubauen.

3.6.3.02 (LROP)

[Auszug]

Die Verbindungen zu den neuen Bundesländern sind als Voraussetzung des räumlichen, verkehrlichen und wirtschaftlichen Zusammenwachsens herzustellen bzw. auszubauen. Vorrang soll hierbei der Ausbau des Schienennetzes haben.

C 3.6.3.03 (LROP) gilt räumlich nicht für den Landkreis Schaumburg.

C 3.6.3.04 (LROP)

In den verdichteten Wohnsiedlungsbereichen ist einer verkehrsbedingten hohen Umweltbelastung durch geeignete Planungen und Maßnahmen entgegenzuwirken.

Dazu gehören:

  • Reduzierung der Verkehrsmengen im Individualverkehr zugunsten des ÖPNV
  • Bündelung von Verkehrsmengen und -wegen zur Schaffung verkehrs- und lärmberuhigter Zonen
  • Rückbaumaßnahmen von Straßen
  • Schallschutzmaßnahmen an Fahrzeugen, Verkehrswegen und Gebäuden
  • Abstandsflächen zu Wohnbebauung und deren lärmmindernde Flächengestaltung.

C 3.6.3.05 (LROP)

Im Rahmen der näheren Festlegung sind erforderliche Ortsumgehungen, Teilverlegungen und Beseitigungen höhengleicher Kreuzungen sowie regional bedeutsame Straßen in den Regionalen Raumordnungsprogrammen zu ergänzen.

D 3.6.3.05

Das vorhandene regionale Straßennetz gewährleistet eine ausreichende Erschließung des Landkreises (vgl. D 3.6.0.06). Erforderlich sind Maßnahmen zur qualitativen Verbesserung des bestehenden Straßensystems und zur Minimierung seiner negativen anlage- und verkehrsbedingten Auswirkungen. Diese sind bedarfsbezogen mit den in C 3.6.3.01 und C 3.6.3.04 aufgeführten Zielsetzungen durchzuführen.

In der Zeichnerischen Darstellung sind die Hauptverkehrsstraßen von überregionaler und regionaler Bedeutung festgelegt.

Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit, zur Verbesserung der Verkehrsqualität und Stärkung des Wirtschaftsraumes sind in der Zeichnerischen Darstellung Ortsumgehungen bzw. Neutrassierungen und Teilverlegungen festgelegt.

Darüber hinaus ist im Anschluss an die in der Zeichnerischen Darstellung im Zuge der B 65 festgelegten Ortsumgehungen Nienstädt-Sülbeck und Vehlen die Festlegung und Sicherung einer Umgehung des Ortsteiles Gelldorf, Stadt Obernkirchen, anzustreben.

Als vordringlich erforderlich sind insbesondere folgende Planungen umzusetzen:

  • Ortsumgehung Altenhagen-Hagenburg im Zuge der B 441,
  • Ortsumgehung Nienstädt-Sülbeck im Zuge der B 65,
  • Verlegung bei Steinbergen und Deckbergen im Zuge der B 83,
  • Ortsumgehung Steinbergen im Zuge der B 238.

Zudem ist auf eine kurzfristige Umsetzung des geplanten Ausbaus der B 65 auf dem Streckenabschnitt zwischen den beiden Mittelzentren Stadthagen und Bad Nenndorf zur Verbesserung der Verkehrsqualität hinzuwirken.

Der Baulastträger einer Ortsumgehung ist anzuhalten, die städtebauliche Reintegration der aufgelassenen Ortsdurchfahrten zu unterstützen.

Bei der städtebaulichen Integration verlassener Ortsdurchfahrten sind die Belange aller Verkehrsteilnehmer - auch der Radfahrer und Fußgänger - ausgewogen zu berücksichtigen.

Veränderungen im regional bedeutsamen Straßennetz sind mit den Belangen des ÖPNV abzustimmen.