D 3 - Nutzung und Entwicklung natürlicher und raumstruktureller Standortvoraussetzungen

D 3.9 - Wasserwirtschaft

D 3.9.0 - Wasserwirtschaft allgemein

C 3.9.0.01 (LROP)

Die Gewässer sind umweltverträglich so zu nutzen und zu bewirtschaften, daß das Wasser seine vielfältigen Funktionen nachhaltig erfüllen kann. Maßgeblich für die Art und Intensität der Bewirtschaftung ist der jeweils empfindlichste Teil der Gewässersysteme einschließlich der Meere.

D 3.9.0.01

Für den Landkreis Schaumburg ist eine wirtschaftliche und zugleich umweltverträgliche Wasserwirtschaft vor allem durch

  • die Vermeidung beeinträchtigender Maßnahmen für den Wasser- und Naturhaushalt,
  • den nachhaltigen Schutz der ober- und unterirdischen Gewässer,
  • die Begrenzung der Maßnahmen zur Unterhaltung der Gewässer auf das wasserwirtschaftlich Notwendigste,
  • die Förderung des regional vorhandenen Grundwassers und
  • die Nutzung möglicher Wassereinsparpotenziale

sicherzustellen.

Zur Verwirklichung dieser Ziele sind die erforderlichen wasserwirtschaftlichen Planungen und Maßnahmen zu ergreifen.

C 3.9.0.02 (LROP)

Wasserbauliche Maßnahmen und die Unterhaltung und Pflege der Gewässer sind im Einklang mit dem Naturhaushalt und den Belangen der Landespflege durchzuführen.

D 3.9.0.02

Wasserbauliche Maßnahmen sollen naturnah erfolgen, um die Selbstreinigungskraft der Gewässer, den Lebensraum für Tiere und Pflanzen sowie das Landschaftsbild zu erhalten bzw. wiederherzustellen. Eine Renaturierung durch Ausbaumaßnahmen beeinträchtigter Gewässer und der zugehörigen Auen ist anzustreben (siehe auch D 2.3.04).

Die Gewässerunterhaltung soll den Erhalt bzw. die Wiederherstellung eines naturnahen Zustandes des Fließgewässersystems im Landkreis Schaumburg fördern. Bei Unterhaltungsmaßnahmen sind die Belange der Fischfauna angemessen zu berücksichtigen.

Die Unterhaltung der Gewässer soll in enger Abstimmung zwischen den Beteiligten möglichst einvernehmlich erfolgen.

C 3.9.0.03 (LROP)

Auf eine für den Wasserhaushalt und die Gewässergüte günstige Bodennutzung ist hinzuwirken.

D 3.9.0.03

Bodennutzungen sind in Art und Intensität an den Erfordernissen des Wasserhaushaltes und der Gewässergüte auszurichten. Dieses ist besonders in den Vorrang- und Vorsorgegebieten für Trinkwassergewinnung, im Bereich der Gewässerrandstreifen sowie in den Gebieten mit hoher Empfindlichkeit des Grundwassers gegenüber Verschmutzung zu beachten.

C 3.9.0.04 (LROP)

Im anlagenbezogenen Umgang mit wassergefährdenden Stoffen sind Stoffkreisläufe zu schließen; dem jeweiligen Gefährdungspotential ist ein adäquates Sicherheitssystem gegenüberzustellen, so daß ein Übergang von Stoffen aus technischen Systemen in die Umwelt nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen werden kann.