D 3 - Nutzung und Entwicklung natürlicher und raumstruktureller Standortvoraussetzungen

D 3.9 - Wasserwirtschaft

D 3.9.3 - Hochwasserschutz

C 3.9.3.01 (LROP)

[Auszug]

Siedlungen, Nutz- und Verkehrsflächen sowie sonstige Anlagen sind vor Schäden durch Hochwasser zu sichern.

C 3.9.3.02 (LROP)

Hochwasserschutzmaßnahmen sind vordringlich im Küstenraum und Emsland, an den Strömen Ems, Weser und Elbe insbesondere im rechtselbischem Teil des Landes, sowie in den Flußgebieten Aller, Leine, Oker. Hase und Hunte. Dabei sind in den Flußgebieten insbesondere Wasserrückhaltemaßnahmen vorzusehen und die natürliche Hochwasserrückhaltung zu fördern. Im Siedlungsbereich sind Regenrückhaltebecken anzustreben.

D 3.9.3.01/02

Der Hochwasserschutz ist vorrangig durch eine Verbesserung der natürlichen Hochwasserrückhaltung sowie gezielte Wasserrückhaltemaßnahmen und nur in unvermeidbaren Ausnahmefällen durch den Ausbau der Gewässer zu gewährleisten (siehe auch D 3.9.0.02).

Das festgestellte gesetzliche Überschwemmungsgebiet der Rodenberger Aue sollte aufgrund veränderter Hochwasserverhältnisse fortgeschrieben werden. Zur schadlosen Abführung des Hochwassers wird die Festsetzung eines Überschwemmungsgebietes für die Exter und die Bückeburger Aue für erforderlich angesehen.

Bei der Entwicklung von Siedlungen, Nutz- und Verkehrsflächen oder Wasserführungen und anderen Eingriffen wie Aufschüttungen oder Abgrabungen sind Einschränkungen des schadlosen Hochwasserabflusses oder die Gefährdung von Gütern durch Hochwasser (unabhängig von den zur Zeit gesetzlich festgestellten Überschwemmungsgebieten) entsprechend dem Stand der wasserwirtschaftlichen Erkenntnisse grundsätzlich zu vermeiden.

In der Zeichnerischen Darstellung sind die per Verordnung festgesetzten Überschwemmungsgebiete von Weser, Rodenberger Aue, Südaue und Sachsenhäger/Westaue als Gebiete zur Sicherung des Hochwasserabflusses sowie Hochwasserrückhaltebecken dargestellt.

C 3.9.3.03 (LROP)

[Auszug]

Bei Maßnahmen des ... Hochwasserschutzes sind insbesondere die Belange der Siedlungsentwicklung, des Fremdenverkehrs und der Erholung sowie des Naturschutzes und der Landschaftspflege soweit wie möglich zu berücksichtigen und die Entwicklung naturnaher Gewässer zu fördern.

C 3.9.3.04 (LROP)

Der weiteren Einengung der natürlichen Überschwemmungsgebiete ist entgegenzuwirken. Abflußverschärfungen sind zu vermeiden; die Bedingungen für das Versickern der Niederschläge sind soweit wie möglich zu verbessern.

D 3.9.3.04

Die vorhandenen natürlichen Überschwemmungsgebiete sind zu erhalten. Die Überschwemmungsbereiche sind durch Grünlanderhaltung bzw. durch Umwandlung von Ackerland in Grünland oder Erhaltung bzw. Anlage anderer abflussverzögernder und erosionsmindernder Vegetationsstrukturen als natürliche Retentionsräume zu sichern (siehe auch D 2.3.04). Um die natürliche Hochwasserrückhaltung zu fördern, soll die Reaktivierung der natürlichen Retentionsräume der Fließgewässer sowie der Rückbau von Bauwerken im und am Gewässer angestrebt werden.

Bodenversiegelungen durch Siedlungen (einschließlich Verkehrsanlagen) sollen so gering wie möglich gehalten werden. Durch gezielte Entsiegelungsmaßnahmen sowie Förderung der Niederschlagsversickerung ist einer Abflussverschärfung und Hochwasserentstehung entgegenzuwirken.