D 3 - Nutzung und Entwicklung natürlicher und raumstruktureller Standortvoraussetzungen

D 3.10 - Abfallwirtschaft

D 3.10.1 - Siedlungsabfall, Sonderabfall

C 3.10.1.01 (LROP

Vorrangstandorte für Siedlungsabfalldeponien sind in ausreichender Zahl und Größe in den Regionalen Raumordnungsprogrammen festzulegen.

C 3.10.1.02 (LROP)

Für Siedlungsabfalldeponien geeignete Standorte in Gebieten mit dafür geeigneten Standortvoraussetzungen sind in den Regionalen Raumordnungsprogrammen als Vorrangstandorte zu sichern.

Ist in Einzelfällen auf absehbare Zeit die Sicherung solcher Vorrangstandorte in den Regionalen Raumordnungsprogrammen nicht möglich, sind zwischenzeitlich geeignete Teilgebiete als Vorranggebiete für in Frage kommende Deponiestandorte regionalplanerisch festzulegen.

D 3.10.1.01/02

Vorrangstandorte für Siedlungsabfalldeponien sind:

  • Entsorgungszentrum Schaumburg (Samtgemeinde Sachsenhagen),
  • Deponie der Volkswagen AG Hannover in Ottensen (Samtgemeinde Lindhorst),
  • Boden- und Bauschuttdeponie Bernsen (Stadt Rinteln),
  • Klärschlammdeponie Hülshagen (Samtgemeinde Niedernwöhren),
  • Bodendeponie Hülshagen (Samtgemeinde Niedernwöhren),
  • Bodendeponie Volksdorf (Samtgemeinde Niedernwöhren),
  • Bodendeponie Baum II (Stadt Bückeburg),
  • Bodendeponie Bückeburg - Meinsen (Stadt Bückeburg),
  • Bodendeponie Wilhelmsdorf (Samtgemeinde Nenndorf).

Vorrangstandorte für sonstige Abfallanlagen sind:

  • Biokompostwerk Wiehagen (Samtgemeinde Niedernwöhren),
  • Baggergutdeponie Sachsenhagen (Samtgemeinde Sachsenhagen),
  • Baggergutdeponie Meinsen (Stadt Bückeburg).

An diesen Standorten müssen alle raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen mit der festgelegten vorrangigen Zweckbestimmung vereinbar sein; dies gilt auch für räumliche Entwicklungen in der näheren Umgebung (LROP Nds., Teil I, B 8.02).

In der Zeichnerischen Darstellung ist über den planfestgestellten Bereich des Entsorgungszentrums Schaumburg hinaus ein Vorrangstandort für Siedlungsabfalldeponie mit weiterem raumordnerischen Abstimmungsbedarf festgelegt.

Grundsätzlich sind vor einer weiteren Errichtung von Bodenaushubdeponien entlang des Mittellandkanals im Landkreis Schaumburg im Einzelfall Möglichkeiten der Verwertung kanalbaubedingt anfallender Bodenmassen zu prüfen. Bei der Standortwahl erforderlicher Deponien für Kanalaushubmassen sind Standortalternativprüfungen im Rahmen der  Raumverträglichkeitsprüfungen durchzuführen.

C 3.10.1.03 (LROP)

[Auszug]

Für die untertägige Ablagerung von Sonderabfällen sind Kavernen und aufgelassene Bergwerke im Salzgestein vorzusehen. Für Massenabfälle, die nicht gemeinsam mit Siedlungsabfällen entsorgt werden können, sind obertägige Deponien auf dafür geeigneten geologischen Formationen einzurichten oder ebenfalls aufgelassene Bergwerke zu nutzen.