E 1 - Entwicklung der räumlichen Struktur

E 1.4 - Ordnungsraum

Allgemein

Der nordöstliche Bereich des Landkreises Schaumburg gehört zum landesplanerisch abgegrenzten Ordnungsraum Hannover-Hildesheim (siehe D 1.4.03). Ordnungsräume setzen sich zusammen aus einer großen Stadt oder mehreren großen Zentren und ihrem Umland.

Wie in E 1.1 und E 1.4 ausgeführt, sind im Planungsraum keine wesentlichen Unterschiede zwischen dem zum Ordnungsraum gehörenden Teilbereich des Landkreises und dem Ländlichen Raum mehr festzustellen. Neben den in den vorgenannten Kapiteln genannten Gründen ist zusätzlich zu berücksichtigen, dass das Kreisgebiet zum Randbereich des Agglomerationsraumes gehört und typische Verdichtungsmerkmale und Raumnutzungskonkurrenzen mit zunehmender Entfernung zur Kernstadt, hier dem Oberzentrum Hannover, tendenziell abnehmen.

Das Landes-Raumordnungsprogramm legt für die niedersächsischen Ordnungsräume schwerpunktmäßig Zielvorstellungen fest

  • zur Entwicklung der Siedlungsstruktur,
  • zur Verknüpfung der Siedlungsentwicklung mit einem leistungsfähigen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und
  • zum Schutz der Freiräume mit ihren vielfältigen ökologischen, ökonomischen (z.B. Land- und Forstwirtschaft) und sozialen (z.B. Erholung, Naturerleben) Funktionen (siehe C und E 1.4.01).


E 1.4.01

Die anhaltenden Verlagerungen von Bevölkerung, Dienstleistungen und Gewerbe aus den großen Zentren in ihr Umland (Suburbanisierung)  führen zu einem zunehmenden Flächenverbrauch und zu Beeinträchtigungen von Freiraumfunktionen. Das Siedlungsflächenwachstum erfolgte nach dem Raumordnungsbericht 2000 für das Bundesgebiet zwischen 1993 und 1997 fast ausschließlich zu Lasten der Landwirtschaftsflächen, die im Bundesdurchschnitt um 133 ha pro Tag zurückgingen (BBR (Hrsg.) (2000), S. 39 ff.).

Die Sicherung nicht besiedelter Flächen als Freiräume für die Land- und Forstwirtschaft, landschaftsgebundene Erholungsformen und für den Naturschutz und die Landschaftspflege muss ein wesentliches Anliegen der Stadt- und Regionalplanung sein. Insbesondere sind bandartige und flächenhaft ausufernde Siedlungsentwicklungen zu verhindern.

Da die Abwanderung der Bevölkerung aus den Zentren weitaus stärker ausgeprägt ist als die Verlagerungsprozesse der anderen Funktionen, insbesondere der Arbeitsstätten und Bildungseinrichtungen, führt dieses zu erhöhten Pendlerbeziehungen (siehe Abb.1.4/1) und somit einer Verkehrszunahme.
Aufgrund dessen müssen die Siedlungsentwicklung – insbesondere die Standorte der Wohn- und Arbeitsstätten - und der Öffentliche Personennahverkehr aufeinander abgestimmt werden (siehe D und E 3.6.1).

 

Abb. 1.4/1: Sozialversicherungspflichtig beschäftigte Pendler aus dem Landkreis Schaumburg in umliegende Landkreise (einschließlich Landeshauptstadt Hannover) (Stand 30.06.1995)

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Es wurden Pendlerzahlen bis 90 Personen berücksichtigt
Quelle: Landkreis Schaumburg (1998), Anhang


E 1.4.02

Siehe E 1.1.03 (Leitbild der Dezentralen Konzentration).


E 1.4.03

Siehe E 1.3.05.