E 1 - Entwicklung der räumlichen Struktur

E 1.7 - Naturräume

E 1.7.01

Zur regionalplanerischen Konkretisierung von C 1.7.01 siehe D 1.7.03, D 2.1.01 und D 2.1.02.


E 1.7.02

Eine intensive landschaftsbezogene Erholungsnutzung findet im Bereich des Weserberglandes zur Zeit im Wesertal am Doktorsee und Helenensee und im Zuge des Radwanderfernweges Weser statt. Intensive wassergebundene Freizeit- und Erholungsaktivitäten sind an den bereits vorhandenen Standorten, insbesondere am Doktorsee zu konzentrieren; schädliche Umweltauswirkungen sind zu vermeiden.

Der Fernwanderweg am Kamm des Wesergebirges ist derzeit durch Gesteinsabbau stark beeinträchtigt und teilweise nicht durchgängig. Im Zusammenhang mit der Ausweisung von Naturschutzgebieten im Kammbereich und in den Klippenbereichen ist eine Besucherlenkung und eine naturverträgliche Neuführung eines Höhenweges anzustreben, in den einzelne landschaftlich besonders attraktive Zielpunkte einbezogen werden. Bei dieser Aufgabe ist eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit erforderlich.


E 1.7.03

Es liegt ein Vorentwurf (Stand Juli 2000) des in Aufstellung befindlichen Landschaftsrahmenplans (LRP) des Landkreises Schaumburg vor. Er beinhaltet eine detaillierte Bestandsaufnahme von Natur und Landschaft mit Leitbildern und Entwicklungszielen für die einzelnen naturräumlichen Regionen, Landschaftseinheiten und Schutzgüter. Er bildet somit eine wichtige Grundlage für das Regionale Raumordnungsprogramm.

Der Landkreis Schaumburg wird von den naturräumlichen Regionen Weser-Aller-Flachland, Börden und Weser- und Leinebergland gleichermaßen berührt. Innerhalb dieser naturräumlichen Regionen können Landschaftseinheiten beschrieben werden, die relativ homogene, durch weitgehend einheitliche Standortverhältnisse und eine gleichmäßige Struktur der Flächennutzungen gekennzeichnete Räume umfassen. Abbildung 1.7/1 zeigt die naturräumlichen Regionen und Landschaftseinheiten des Landkreises und verdeutlicht dessen landschaftliche Vielfalt.

 

Abb. 1.7/1: Naturräumliche Regionen und Landschaftseinheiten

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Das Weser-Aller-Flachland nimmt nur verhältnismäßig geringe Flächenanteile im Landkreis ein. Im äußersten Norden ragt der südliche Rand der Niederung des Steinhuder Meeres mit heute als Grünland genutzten Niedermoorböden in das Kreisgebiet; im Nordwesten erstreckt sich als breites Band der Schaumburger Wald. Mit seinen von einer geringmächtigen Sandlößdecke überzogenen tonigen und lehmigen Böden leitet er standörtlich zur Bördenregion über. Siedlungen und ackerbaulich genutzte Feldflur finden sich innerhalb dieser naturräumlichen Region nur am nordwestlichen Rand des Landkreises (im Bereich Wiedensahl sowie am Wesertalrand bei Evesen und Cammer). Dem Naturraum Weser-Aller-Flachland werden im Landkreis Schaumburg jeweils Anteile der Landschaftseinheiten Rehburger Berge/Meerbruch/Sachsenhäger Aueniederung, Rand der Weserterrassen bei Evesen und angrenzende Bereiche, Mittleres Bückebergvorland und Wiedensahl, Schaumburger Wald, Haster Wald und andere Wälder der Bördenrandzone zugeordnet.

Die Börde erstreckt sich im Landkreis Schaumburg als breites Band etwa von Bückeburg im Westen bis nach Bad Nenndorf im Osten. Nördlich des Mittellandkanals wird der Höhenzug der Rehburger Berge mit seiner Umgebung ebenfalls zur Börde gerechnet. Das Relief ist von den Bückebergen im Süden bis zum Mittellandkanal stetig abfallend, steigt jedoch nördlich der Sachsenhäger Aue wieder an und bildet den charakteristischen Rücken der Rehburger Berge aus. Die fruchtbaren Lössböden sind Voraussetzung für eine intensive ackerbauliche Nutzung in weiten Teilen des Gebietes. Nur im nördlichen und westlichen Teil, wo der Einfluss des Flachlandes bereits stärker in Erscheinung tritt, gibt es größere Bereiche, die aufgrund starker Staunässe als Wald oder Grünland genutzt werden. Eine Gliederung erfährt die Bördenregion durch kleinere Fließgewässer und ihre Niederungen, die annähernd parallel in Süd-Nord-Richtung verlaufen. Auch in diesen Niederungsbereichen dominiert heute der Ackerbau, nur in geringem Umfang haben sich zusammenhängende Grünlandgebiete erhalten. Die Bördenregion umfasst die Landschaftseinheiten Westliches Bückebergvorland und Östliches Bückebergvorland sowie Anteile der oben genannten Landschaftseinheiten des Weser-Aller-Flachlandes.

Das Weser- und Leinebergland ist gekennzeichnet durch den Wechsel von bewaldeten Höhenzügen und weiten, offenen Tallandschaften. Ausgeprägte, gehölzreiche Übergangsbereiche zwischen Wald und Offenland fehlen weitgehend; sie finden sich nur im Lipper Bergland und im nördlichen Vorland des Süntel. Standörtlich lässt sich diese Region anhand ihres Ausgangsgesteins in basenarme Gebiete (z.B. Sandstein), mäßig basenreiche Gebiete (z.B. Tonstein, Löss-Verwitterungsböden) und kalkreiche Gebiete (z.B. Jura-Kalkstein) unterteilen. Ausgangsgestein und Basenreichtum der Standorte prägen die Vegetation und die Nutzung der Landschaft in besonderer Weise. Im Weser- und Leinebergland werden folgende Landschaftseinheiten unterschieden: als offene Landschaften Bückeburger Auetal, Rodenberger Auetal, Süntelvorland bei Hattendorf und Rannenberg, Hänge des Wesertales, Lipper Bergland (Offenland) und Wesertal sowie Anteile der Landschaftseinheit Rand der Weserterrassen bei Evesen und angrenzende Bereiche, als bewaldete Höhenzüge Bückeberge, Harrl und Deister, Wesergebirge und Süntelausläufer, Wälder des Lipper Berglandes.

Das Wesertal kann als vom Bergland geprägter, jedoch weitgehend eigenständiger Naturraum betrachtet werden. Es ist eine in großen Teilen intensiv ackerbaulich genutzte Landschaft, die von der Weser in weiten Schleifen durchzogen wird. Nur in wenigen, stärker vernässten Bereichen überwiegt Grünlandnutzung. Im gesamten Wesertal dominieren Böden aus Auenlehm. Der Grundwasserstand ist jedoch weitgehend abgesenkt, so dass die Böden heute überwiegend nicht mehr unter Grundwassereinfluss stehen. Eine Ausnahme hiervon bildet ein Bereich bei Möllenbeck, der durch quelliges Grundwasser stellenweise stark vernässt ist. Im gesamten Naturraum werden große Flächenanteile durch den Bodenabbau beansprucht. Siedlungsschwerpunkt des Gebietes ist die Stadt Rinteln.

(Vgl. LRP Landkreis Schaumburg (Vorentwurf Juli 2000), S. 1–1 ff.)