E 3 - Nutzung und Entwicklung natürlicher und raumstruktureller Standortvoraussetzungen

E 3.5 - Energie

E 3.5.01

Die Gewährleistung der Versorgungssicherheit im Energiebereich ist Voraussetzung für gute Lebensbedingungen und hat als harter Standortfaktor grundsätzliche Bedeutung für alle wirtschaftlichen Aktivitäten im Landkreis Schaumburg. Im Planungsraum sind keine Kraftwerkstandorte vorhanden. Die Stromeinspeisung hängt daher zum größten Teil von Stromzulieferungen von außerhalb ab und erfolgt über das Verbundnetz.

Die Energieversorgung muss zunehmend mit den Belangen des Umwelt- und Klimaschutzes in Einklang gebracht werden. Eine verantwortungsbewusste Energiepolitik muss die langfristigen weltweiten Perspektiven der Energieumwandlung beachten, wie die Endlichkeit fossiler Energieträger und die Gefahren einer weltweiten Klimaveränderung durch die Erwärmung der Erdatmosphäre in Folge der Nutzung dieser Energieträger (siehe auch E 3.5.02/03).


E 3.5.02/03

Angesichts der begrenzten Verfügbarkeit der fossilen Energieträger und der zunehmenden Schadstoffbelastung der Luft sind Maßnahmen der Energieeinsparung und der rationellen Energienutzung in der Wirtschaft, bei den privaten Haushalten und in besonderem Maße in öffentlichen Gebäuden zu stärken und die Substitution besonders umweltbelastender fossiler Energieträger durch weniger belastende und regenerative Energieträger zu fördern.

Dem Einsatz regenerativer Energiequellen kommt ein hoher Stellenwert zu:

  • Der Hauptanwendungsbereich der aktiven Solarenergienutzung lag bislang bei der Brauchwassererwärmung unter Einsatz von Solarkollektoren/-absorbern. Aber auch die Einsatzmöglichkeiten für Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung gewinnt aufgrund öffentlicher Förderung zunehmend an Bedeutung.
  • Die Windkraft bietet auch im Landkreis Schaumburg ein wirtschaftlich nutzbares Energiepotenzial. Die Nutzungsmöglichkeiten der Windenergie sind vom Winddargebot grundsätzlich positiv zu bewerten (siehe hierzu E 3.5.05).
  • Die Möglichkeiten der Wasserkraftnutzung sind im Landkreis Schaumburg aus raumordnerischer Sicht nicht von maßgeblicher Bedeutung. Das Energiepotenzial von Wasserkraft ist im Kreisgebiet aufgrund der natürlichen Voraussetzungen eher als gering einzuschätzen, die zahlreichen kleineren Gewässer mit ihren verhältnismäßig geringen Wassermengen gestatten - trotz z.T. beträchtlicher Fallhöhen im Bereich des Weser- und Leineberglandes - nur kleine Ausbauleistungen. Bei dem Einsatz von Wasserkraftanlagen sind negative Auswirkungen auf die Gewässerökologie durch geeignete Maßnahmen (z.B. Fischtreppen) zu vermeiden.
  • Die Verbrennung von Biomasse ist grundsätzlich CO2-neutral, weil nur soviel Kohlenstoff freigesetzt wird, wie vorher beim Wachstum durch Pflanzen gebunden wurde. Biomasse fällt in der Region insbesondere in Form von Schwachholz (siehe auch E 3.3.08), Reststroh, Raps und Biogas an. Die Gewinnung alternativer Energien aus land- und forstwirtschaftlichen Produkten ist durch Modellvorhaben oder die Schaffung von Netzen zur Zusammenfassung des Angebotes zu unterstützen (vgl. Weserbergland-Region (Hrsg.) (2000), S. 30).
  • Ein weiteres energetisches Potenzial, allerdings gegenwärtig noch mit verhältnismäßig geringem Bekanntheits- und Nutzungsgrad, bietet die geothermische Wärmegewinnung. Entwicklungschancen liegen hier vor allem in der dezentralen Nutzung geothermischer Energie in Form von erdgekoppelten Wärmepumpen zur Gebäudeheizung.

Weitere effektive Möglichkeiten zur rationellen Energiegewinnung aus Primärenergiequellen bieten sich grundsätzlich durch die Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung und zur Verfügung stehender Prozesswärme bzw. Klär- und Deponiegase:

  • Die Weiterentwicklung und der vorrangige Bau von Blockheizkraftwerken, vor allem auf Erdgasbasis, zur Wärmeversorgung (Nahwärme) neuer Siedlungsgebiete bzw. von Wärmebedarfsschwerpunkten wie Schulen, Kindergärten, Schwimmbädern oder Sporthallen dienen der Erhöhung des Wirkungsgrades des eingesetzten Primärenergieträgers. Es handelt sich bei dieser Form der Kraft-Wärme-Kopplung um eine dezentrale, angepasste Technologie, deren Wirtschaftlichkeit bei hoher Eigenstromnutzung unbestritten ist. Die zum Teil angeführte Konkurrenz zu einer lokalen Gasversorgung besteht nicht, wenn ein Blockheizkraftwerk mit Erdgas betrieben wird und damit für den Gaslieferanten der Absatz gewährleistet ist.
  • Für die Abwärmenutzung durch Wärmerückgewinnungs- und Wärmepumpenanlagen bestehen vielfältige Einsatzmöglichkeiten, z.B. im Bereich der Industrie, des Gewerbes, der Gastronomie, der Landwirtschaft und der öffentlichen Einrichtungen.
  • Wenn Klär- oder Deponiegas zur Verfügung steht, sollte dieses für energetische Zwecke genutzt werden, anstatt es unkontrolliert abzufackeln oder direkt in die Atmosphäre entweichen zu lassen. Insbesondere kommunale Kläranlagen bieten über die Klärgasverwertung in Blockheizkraftwerken (siehe oben) die Möglichkeit der dezentralen Energieversorgung. Sowohl die Beheizung der Faultürme und der Betriebsgebäude als auch die Stromversorgung können hiermit erfolgen.

Möglichkeiten der rationellen Energieverwendung bzw. zur Energieeinsparung können bereits in die Bauleitplanung, z.B. über die Festsetzung einer energetisch sinnvollen Gebäudeausrichtung und –form zur Nutzung der passiven Solarenergiegewinnung, eines Wärmedämmungsstandards, einer Nutzung von Sonnenenergie oder einer zentralen Wärmeversorgung einfließen. Es sollten solche Siedlungsstrukturen berücksichtigt werden, die es ermöglichen, kleinräumig sinnvoll Energie zu verteilen. Dabei ist auch der Einfluss der Bebauungsdichte auf die Energiebilanz der Siedlungen zu beachten.
Ferner können Pilotprojekte für ökologisches und energiesparendes Bauen zur Anschaulichkeit und Akzeptanzförderung einzelner Maßnahmen beitragen.
Ein weites Betätigungsfeld, den Grundsatz der sparsamen Energienutzung zu verwirklichen, eröffnen auch die im öffentlichen Besitz befindlichen Gebäude und Einrichtungen. Von ihnen kann eine Beispielwirkung für private Investitionen ausgehen.

Um die örtlichen Möglichkeiten einer umweltverträglichen und sicheren Energiegewinnung, -verteilung und -verwendung zu veranschaulichen, sollten regionale und teilräumliche bzw. örtliche Energieversorgungskonzepte durch die Kommunen, Energieversorgungsunternehmen, sonstigen Energieanbieter sowie Verbraucherorganisationen erstellt werden.


E 3.5.04

Der Landkreis Schaumburg verfügt über keine eigenen Kraftwerksstandorte und im Kreisgebiet sind auch keine vorgesehen (siehe auch E 3.5.01). In der Zeichnerischen Darstellung ist das Heizkraftwerk Hameln/Afferde, Landkreis Hameln-Pyrmont, nachrichtlich dargestellt.


E 3.5.05

Der Landkreis Schaumburg gehört gemäß C 3.5.05 LROP nicht zu den für die Nutzung von Windenergie besonders geeigneten Landesteilen, in denen in den Regionalen Raumordnungsprogrammen in bestimmtem Umfang Vorrangstandorte für Windenergienutzung festzulegen sind. Trotzdem bietet die umweltschonende regenerative Windenergie auch im Landkreis Schaumburg ein nicht zu vernachlässigendes Potenzial. Im Planungsraum sind bislang 39 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 28,85 MW errichtet bzw. genehmigt worden (Stand September 2003).

Für die Auswahl geeigneter Standorte für die Windenergiegewinnung ist die Berücksichtigung der von ihr ausgehenden Konfliktpotenziale erforderlich. Vor allem sind in diesem Zusammenhang zu nennen:

  • Flächenverbrauch insbesondere durch die erforderlichen Abstandsflächen zu anderen Nutzungen,
  • Gefährdungen seltener Vogelarten durch Inanspruchnahme von Brut- und Rastflächen,
  • optischer Eingriff in das Landschaftsbild („Verspargelung“),
  • Belastungen der Einwohner durch Lärm und Schattenwurf („Diskoeffekt“).

Um diese Konflikte zu minimieren, ist eine Konzentration mehrerer Anlagen auf geeigneten Flächen anzustreben. Die Flächenfestlegung von geeigneten Standorten für die Nutzung der Windenergie wird im Landkreis Schaumburg von den Gemeinden wahrgenommen. Die in den rechtskräftigen Flächennutzungsplänen ausgewiesenen Standorte sind in der Zeichnerischen Darstellung des RROP als Vorrangstandorte für Windenergienutzung übernommen worden. Vor dem Hintergrund, dass die meisten Kommunen - entsprechend der frühzeitig durch den Landkreis gegebenen Empfehlung, Konzentrationszonen für Windenergieanlagen in den Flächennutzungsplänen darzustellen und eine gleichzeitige Ausschlusswirkung für die Errichtung von Windenergieanlagen an nicht geeigneten Standorten auszusprechen - ihr Gemeindegebiet auf geeignete Standorte hin untersucht haben, wurde darauf verzichtet, auf regionaler Ebene ein abschließendes und mit den Trägern öffentlicher Belange abgestimmtes Windenergiekonzept zu erstellen.

Allerdings hat der Landkreis im Rahmen der Neuaufstellung des Landschaftsrahmenplanes unter Zugrundelegung des nachstehenden landkreisspezifischen Kriterienkataloges (siehe Tab. 3.5/1) die naturschutzfachlichen Bewertungsgrundlagen zur Standortwahl im Kreisgebiet aufbereitet und in einer Karte im Maßstab 1:50.000 dargestellt (vgl. Landkreis Schaumburg (Hrsg.) (1996)).

 

Tab. 3.5/1: Kriterien zur Standortwahl von Windenergieanlagen (WEA) im Landkreis Schaumburg (Stand: 21.05.1996) *)

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Quelle: Landkreis Schaumburg (Hrsg.) (1996): Karte „Bewertungsgrundlagen zur Standortwahl von WEA“.

*) Der Kriterienrahmen der Karte „Bewertungsgrundlagen für die Standortwahl von Windenergieanlagen (WEA)“ wurde erstellt, kurz bevor der Erlass des Niedersächsischen Innenministeriums zur Festlegung von Vorrangstandorten für Windenergieanlagen vom 11.07.1996 vorlag. Auf die Aktualität der Kartendarstellung hat der Erlass jedoch keinen Einfluss, da in der Karte nur naturschutzfachliche Belange und keine Abstandsflächen berücksichtigt worden sind (vgl. auch LRP Landkreis Schaumburg (Vorentwurf Juli 2000), S. 5-76).

**) Gem. der VDEW-Empfehlung M-35/98 (Abstand von Windenergieanlagen zu elektrischen Anlagen, 17.12.1998) sollten als Abstand mindestens dreimal Rotordurchmesser (bei Freileitungen mit Schwingungsschutzmaßnahmen mindestens einmal Rotordurchmesser) eingehalten werden.


In der Karte „Bewertungsgrundlagen zur Standortwahl von Windenergieanlagen (WEA)“ werden für die Standortwahl von Windenergieanlagen die Planungskategorien Tabubereiche I, Tabubereiche II, Restriktionsbereiche und Suchbereiche unterschieden (vgl. Landkreis Schaumburg (Hrsg.) (1996)). Mit diesen Kategorien sind aus Naturschutzsicht folgende Planungsempfehlungen verbunden:

  • „ In den Tabubereichen I (z.B. Naturschutzgebiete, Bereiche mit sehr hoher Bedeutung für das Landschaftsbild) sind aufgrund rechtlicher Vorgaben, einer hohen Bedeutung dieser Flächen für den Naturschutz und ihrer besonderen Empfindlichkeit keine Windenergieanlagen zu errichten.

  • Bei den Tabubereichen II handelt es sich z.B. um ausgewiesene Landschaftsschutzgebiete, um Vorranggebiete für Erholung oder um Bereiche mit hoher Bedeutung für das Landschaftsbild. Auch hier sollten keine Windenergieanlagen errichtet werden. Im Einzelfall können – nach detaillierter Prüfung der Belange von Naturschutz und Landschaftspflege – Anlagen an geeigneten Standorten in der Nachbarschaft von anderen technischen Landschaftselementen (Vorbelastung der Landschaft) zugelassen werden.

  • In den Restriktionsbereichen können nach detaillierter Prüfung des Standortes Einzelanlagen oder Gruppen von Windenergieanlagen errichtet werden, sofern keine geeigneten Flächen innerhalb der Suchbereiche zur Verfügung stehen. Auch hier sollten bei der Standortwahl landschaftlich vorbelastete Bereiche (z.B. in der Nähe von Freileitungen, Gewerbegebieten, Deponien, Autobahnen etc.) bevorzugt werden.

  • Bei den Suchbereichen handelt es sich insbesondere um ausgeräumte landwirtschaftlich genutzte Flächen, in denen – ebenfalls nach detaillierter Prüfung des jeweiligen Standorts – bevorzugt Windenergieanlagen errichtet werden können.“ (LRP Landkreis Schaumburg (Vorentwurf Juli 2000), S. 5-77.)

Die naturschutzfachliche Karte des Landkreises „Bewertungsgrundlagen zur Standortwahl von Windenergieanlagen (WEA)“ ist den Gemeinden im Oktober 1996 zur Verfügung gestellt worden. Sie hat Empfehlungscharakter für die Bauleitplanung der Kommunen.

Als weitere wesentliche Planungsgrundlage standen bzw. stehen den Gemeinden zwei im Auftrag der Elektrizitätswerk Wesertal GmbH und Elektrizitätswerk Minden-Ravensberg GmbH erarbeitete Gutachten zum bodennahen Windpotenzial im Kreisgebiet zur Verfügung (DEWI (1996) und WUZ (1996)). Die in der Zeichnerischen Darstellung des RROP festgelegten Vorrangstandorte für Windenergienutzung sind von den Gemeinden unter Berücksichtigung der vorgenannten Planungsgrundlagen und in enger Abstimmung mit dem Landkreis in den Flächennutzungsplänen festgesetzt worden. Entsprechende Planungen bezüglich der Samtgemeinde Lindhorst konnten erst nach dem Satzungsbeschluss des Kreistages vom 01. Juli 2003 abgeschlossen werden. Eine entsprechende Berücksichtigung ist für die Fortschreibung des RROP vorgesehen.

Einige Städte und Gemeinden haben in den Flächennutzungsplänen die in den Konzentrationszonen für Windenergieanlagen maximal zulässige Anlagenhöhe begrenzt:

  • Stadt Stadthagen: Nabenhöhe maximal 70 m über Grund (siehe 13. Änderung des Flächennutzungsplanes),
  • Samtgemeinde Lindhorst: Standort in der Gemeinde Lüdersfeld Nabenhöhe maximal 65 m über Grund und Standort in der Gemeinde Beckedorf Nabenhöhe maximal 90 m über Grund (siehe 4. Änderung des Flächennutzungsplanes),
  • Samtgemeinde Niedernwöhren: Standort nördlich Wiedensahl Anlagenhöhe maximal 150 m über NN (17. Änderung des Flächennutzungsplanes) und Standort nördlich Volksdorf Anlagenhöhe maximal 108 m NN (siehe 13. Änderung des Flächennutzungsplanes),
  • Samtgemeinde Rodenberg: Nabenhöhe maximal 65 m über Grund (siehe 29. Änderung des Flächennutzungsplanes),
  • Samtgemeinde Sachsenhagen: Nabenhöhe maximal 65 m über Grund (siehe 8. Ände-rung des Flächennutzungsplanes).

Bislang hatte die Stadt Rinteln von der Empfehlung zur räumlichen Steuerung der Errichtung von Windenergieanlagen im Rahmen der Bauleitplanung keinen Gebrauch gemacht, hat aber im Juni 2003 entsprechende Planungen aufgenommen.


E 3.5.06

Erdgas ist unter den fossilen Brennstoffen der umweltfreundlichste, sein vermehrter Einsatz ist daher auch unter Aspekten der CO2-Reduzierung zu fördern. Deshalb soll der Ausbau der Gasversorgung im Landkreis Schaumburg vor allem unter der Prämisse einer sparsamen und umweltfreundlichen Gesamtenergieversorgung vorangetrieben werden.

Die Gasversorgung des Landkreises Schaumburg ist durch Erdgasförder- und -verkaufsgesellschaften sichergestellt. Darüber hinaus unterhalten die Stadtwerke Bückeburg, Rinteln und Stadthagen eigene örtliche Gasversorgungsnetze.

Bezüglich Erläuterungen zur Erforschung und Nutzung von Erdgasvorkommen siehe E 3.4.01.


E 3.5.07

In der Zeichnerischen Darstellung werden nur Standorte und Flächen für regional bedeutsame Energieversorgungsanlagen gesichert; die der örtlichen Versorgung dienenden Anlagen der Stadtwerke sind nicht dargestellt. Die Ausweisung von Standorten und Flächen, die zur Sicherung und Entwicklung der lokalen Energieversorgung erforderlich sind, bleibt den Bauleitplänen vorbehalten.

Die Leitungstrassen sind in der Zeichnerischen Darstellung nur generalisiert dargestellt. Detailgaben zu Schutzräumen und Freihaltebereichen um die Leitungen sind bei den jeweiligen Versorgungsträgern im Einzelfall zu klären.


E 3.5.08/09

Das Hochspannungsnetz im Landkreis Schaumburg ist weitgehend ausgebaut, das heißt, die Energieversorgungsunternehmen können die Stromversorgung meistens mit der Auslastung vorhandener Kapazitäten ausreichend gestalten. Als eine langfristige Planung ist im Raum Beckedorf im Zuge der vorhandenen 380-kV- und 220-kV-Leitungen die Errichtung eines Umspannwerkes vorgesehen. Nach Angaben des Energieversorgungsunternehmens ist eine nähere räumliche Konkretisierung des Umspannwerk-Standortes derzeit nicht möglich.
Ein zusätzlicher Bedarf an Hochspannungsleitungen ist grundsätzlich durch eine höhere Auslastung bestehender Leitungen, durch Mitbenutzung vorhandener Stromkreise oder Trägersysteme, ggf. auch anderer Energieversorgungsunternehmen, so gering wie möglich zu halten. Sollten dennoch neue Freileitungen gebaut werden müssen - unter Umständen wird langfristig eine Verlängerung der vorhandenen 110-kV Leitung Stadthagen-Sachsenhagen bis nach Steinhude notwendig sein -, ist eine Bündelung mit bestehenden Leitungen grundsätzlich erforderlich. Dies ist besonders durch den hohen Flächenverbrauch und die beträchtlichen Zerschneidungswirkungen zu rechtfertigen. Bei jedem Neubau muss außerdem geprüft werden, ob bestehende Leitungen, in der Regel niedrigerer Spannung, ihre Funktion verlieren und abgebaut werden können. In landschaftlich besonders wertvollen Gebieten und in Wohngebieten sollen die Strecken verkabelt werden, was nach dem heutigen Kenntnisstand technisch möglich und in der Regel auch wirtschaftlich vertretbar ist. Bezüglich Erläuterungen zu den möglichen Auswirkungen von elektromagnetischen Feldern auf den Menschen siehe E 2.4.13.

Auch bei der Trassierung neuer Rohrfernleitungen sollen die Beeinträchtigungen der Raumnutzung und Raumentwicklung auf das unvermeidbare Maß beschränkt werden. Sie sind soweit wie möglich untereinander und mit anderen linienhaften Raumnutzungen, insbesondere Verkehrstrassen zu bündeln.