E 3 - Nutzung und Entwicklung natürlicher und raumstruktureller Standortvoraussetzungen

E 3.6 - Verkehr und Kommunikation

E 3.6.4 - Schifffahrt

E 3.6.4 01

Der Planungsraum wird von zwei Bundeswasserstraßen gequert: im nördlichen Bereich von dem Mittellandkanal und im südlichen Bereich von der Weser.

Durch die Vereinigung Deutschlands ist die Bedeutung der Binnenschifffahrt und damit auch die des Mittellandkanals stark gewachsen. Die Osterweiterung der EU wird diese Entwicklung noch verstärken (vgl. LROP Nds. 1994, S. 181).

Mit der Sicherung und Erweiterung der Kapazität der Binnenwasserstraßen sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, dem Ziel der Verkehrsverlagerung des Güterverkehrs auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel zu entsprechen. Der Binnenschifffahrt kommt dabei die Aufgabe zu, verstärkt Massengütertransporte von der Eisenbahn und dem LKW-Verkehr zu übernehmen, so dass die Eisenbahn freie Kapazitäten für die Aufnahme größerer Verkehrsmengen von der Straße bekommt (vgl. E 3.6.0 und LROP Nds. 1994, S. 181).


E 3.6.4.05/06

Die Umschlagplätze am Mittellandkanal in

  • Berenbusch und Rusbend, Stadt Bückeburg,
  • Wiehagen und Pollhagen, Samtgemeinde Niedernwöhren,
  • Sachsenhagen, Samtgemeinde Sachsenhagen

sowie der Hafen in Rinteln und Umschlagplatz in Engern, Stadt Rinteln, sind als

Standortvorteile für Massengüter bezogenes Gewerbe zu erhalten und bedarfsgerecht auszubauen.

Am Mittellandkanal sind bei Pollhagen, Samtgemeinde Niedernwöhren sowie an der Weser im Bereich des Doktorsees, Stadt Rinteln, regional bedeutsame Sportanlagen festgelegt (siehe D 3.8.05).

Die Transportschifffahrt auf der Oberweser ist zeitweise durch eine geringe Wasserführung oder Hochwassersituationen beeinflusst. Eine aus ökologischen Gründen angestrebte Verlagerung des Gütertransportaufkommens auf die Oberweser – insbesondere der in der Weseraue abgebauten Kiese und Sande – hat diese Verhältnisse der Wasserführung zu berücksichtigen. Des Weiteren sind mit der Schwankung der Wassermengensituation ökonomische Schäden verbunden. Die touristisch bedeutsame Fahrgastschifffahrt auf der Oberweser wird dadurch beeinflusst. Durch wasserstandsregulierende Maßnahmen ist auf eine Verbesserung der Fahrwasserverhältnisse hinzuwirken. Eine wichtige Funktion haben in diesem Zusammenhang die Talsperren der Eder und Diemel, die als Wasserreservoir zur Wasserstandsregulierung der Oberweser in den Zuflüssen errichtet wurden. Den Bestrebungen, aus touristischen Gründen die Wasserabgabe aus den Talsperren zu verringern, sollte deshalb entschieden entgegengewirkt werden.

Die Uferzonen der Binnenwasserstraßen haben sich zum Teil zu ökologisch wertvollen Gebieten und zu Naherholungsbereichen entwickelt. Deswegen wird generell eine an ökologischen Maßstäben orientierte Gestaltung des Ausbaus gefordert. (vgl. LROP Nds. 1994, S. 181).